Welches rezeptfreie Schmerzmittel passt wofür?
Ein rezeptfreies Schmerzmittel, das bei allen Beschwerden überlegen wäre, gibt es nicht. Entzündungshemmend wirken Ibuprofen, Naproxen, Acetylsalicylsäure und verwandte Wirkstoffe, Paracetamol dagegen kaum. Diese Seite zeigt, welche Präparate in Österreich laut Arzneispezialitätenregister rezeptfrei sind, welche Höchstdosen die Fachinformationen für Erwachsene nennen, was sich kombinieren lässt und wann Sie ärztlichen Rat brauchen.
Rezeptfrei oder nicht: der Status hängt am Präparat
Ob ein Schmerzmittel ohne Rezept abgegeben wird, legt das Register nicht für den Wirkstoff fest, sondern für jedes einzelne Präparat. Dieselbe Stärke kann unter einem Namen rezeptfrei und unter einem anderen rezeptpflichtig sein. Die folgende Übersicht beruht auf unserer Abfrage des Arzneispezialitätenregisters vom 4. Oktober 2026 und betrifft Präparate zum Einnehmen; maßgeblich ist immer der Status der konkreten Packung, den Ihnen die Apotheke nennt.
| Wirkstoff | rezeptfrei, zum Beispiel | rezeptpflichtig |
|---|---|---|
| Ibuprofen | viele Präparate mit 200, 300 oder 400 mg, etwa Nurofen, Ibumetin forte, Dismenol | einzelne Präparate mit 200 oder 400 mg sowie alle mit 600 und 800 mg |
| Dexibuprofen | 200 mg als Eu-Med, Monactil, Movone 200 und VoltaDexibu | alle Seractil-Präparate einschließlich Seractil akut, weitere Präparate mit 200 mg sowie alle mit 300 und 400 mg |
| Paracetamol | etwa Mexalen 500 mg, Mexalen rapid, Paracetamol Genericon 500 mg | alle mit 1000 mg und einzelne Präparate mit 500 mg |
| Acetylsalicylsäure (ASS) | Aspirin 500 mg in mehreren Formen, Aspro Classic, Alka-Seltzer; Kombinationen wie Thomapyrin mit ASS, Paracetamol und Coffein | einige niedrig dosierte Präparate zur Hemmung der Blutplättchen, etwa Thrombo ASS |
| Naproxen | Aleve und Nalgesin Akut | Präparate mit 500 und 550 mg |
| Dexketoprofen | Ketesse 25 mg | kein Präparat zum Einnehmen |
| Diclofenac | kein Präparat zum Einnehmen; rezeptfrei sind nur einzelne Gele, Pflaster und ein Spray für die Mundhöhle | alle Tabletten, Kapseln und Zäpfchen, etwa Voltaren 50 mg |
| Mefenaminsäure | kein Präparat | Parkemed, ParkAkut |
| Metamizol | kein Präparat zum Einnehmen | Novalgin, NovAkut |
Entzündungshemmend oder nur schmerzstillend
Ibuprofen, Naproxen, Dexketoprofen und Acetylsalicylsäure gehören laut ihren Fachinformationen zu den nichtsteroidalen Antiphlogistika und Antirheumatika, kurz NSAR, also zu den entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Für Naproxen, Dexketoprofen und Acetylsalicylsäure beschreiben die Fachinformationen ausdrücklich eine schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung. Acetylsalicylsäure in Dosen von 300 bis 1000 mg ist laut Fachinformation von Aspirin 500 mg Kautabletten zur Linderung leichter bis mäßig starker Schmerzen und bei leicht erhöhter Temperatur angezeigt.
Paracetamol ist anders: Laut Fachinformation von Mexalen ist seine entzündungshemmende Wirkung gering, dafür ist es gut magenverträglich. Bei Schmerzen mit Schwellung oder Entzündung, etwa nach einer Zerrung, kommen deshalb eher NSAR infrage, sofern nichts dagegen spricht. Wer einen empfindlichen Magen hat, blutverdünnende Mittel nimmt oder herz- oder nierenkrank ist, sollte vor einem NSAR in der Apotheke oder ärztlich nachfragen.
Welcher Wirkstoff im Einzelfall besser hilft, lässt sich aus den Fachinformationen nicht in eine Rangliste übersetzen. Entscheidend sind die Art der Schmerzen, Vorerkrankungen, andere Medikamente und die richtige Dosis. Mehr Stärke über eine höhere Dosis zu suchen, ist keine gute Idee: Höchstdosen gibt es aus gutem Grund.
Höchstdosen und Dauer der Selbstbehandlung
Die folgenden Angaben stammen aus den Fachinformationen der jeweils genannten Präparate und gelten für Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche gelten eigene Angaben, und bei älteren Menschen sowie bei Leber- oder Nierenerkrankungen verlangen die Fachinformationen je nach Präparat besondere Vorsicht, eine niedrigere Dosis oder raten ganz ab; lesen Sie immer die Gebrauchsinformation Ihrer Packung.
Auch die Art der Einnahme ist geregelt. Mexalen wird mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, etwa einem Glas Wasser. Aspirin 500 mg Kautabletten sollen nicht auf nüchternen Magen genommen werden. Aleve wird möglichst zu den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit geschluckt; nüchtern wirkt es bei akuten Schmerzen rascher, wer einen empfindlichen Magen hat, nimmt es aber zum Essen. Bei Ketesse verlangsamt Nahrung die Aufnahme, deshalb empfiehlt die Fachinformation bei akuten Schmerzen die Einnahme mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit.
| Präparat (Wirkstoff) | Einzeldosis und Abstand | Höchstdosis pro Tag | ohne ärztlichen Rat höchstens |
|---|---|---|---|
| Ibumetin forte 400 mg (Ibuprofen) | 400 mg, Abstand mindestens 6 Stunden | 1200 mg | 3 bis 4 Tage |
| Mexalen 500 mg (Paracetamol) | 500 mg, Abstand mindestens 6 Stunden | 2000 mg | 3 Tage |
| Aspirin 500 mg Kautabletten (ASS) | 500 bis 1000 mg, Abstand mindestens 4 Stunden, bis zu 3-mal täglich | 3000 mg | bei Schmerzen 3 bis 4 Tage, bei Fieber 3 Tage |
| Aleve (Naproxen, 200 mg pro Tablette) | 1 Tablette alle 8 bis 12 Stunden | 3 Tabletten, also 600 mg Naproxen | 4 Tage |
| Ketesse 25 mg (Dexketoprofen) | 12,5 mg alle 4 bis 6 Stunden oder 25 mg alle 8 Stunden | 75 mg | nicht für eine Langzeittherapie, nur solange Beschwerden bestehen |
Kombinieren: was erlaubt ist und was nicht
Zwei NSAR gleichzeitig zu nehmen, ist keine Steigerung, sondern ein Risiko. Laut Fachinformation von Ibumetin forte ist die Kombination von Ibuprofen mit anderen NSAR einschließlich Salicylaten zu vermeiden, weil Nebenwirkungen wie Magen- und Darmblutungen zunehmen. Wer niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zum Schutz von Herz und Gefäßen einnimmt, sollte Ibuprofen nur mit besonderer Vorsicht verwenden: Es kann diese Schutzwirkung abschwächen, bei gelegentlicher Einnahme ist eine relevante Wechselwirkung laut Fachinformation aber nicht wahrscheinlich.
Bei Paracetamol liegt die Gefahr woanders. Es steckt auch in Kombinationspräparaten wie Thomapyrin oder Mexalen Duo. Die Fachinformation von Mexalen verlangt deshalb sicherzustellen, dass gleichzeitig eingenommene Arzneimittel kein Paracetamol enthalten, weil eine Überdosierung schwere Leber- und Nierenschäden verursachen kann. Es gibt zugelassene Fixkombinationen aus Ibuprofen und Paracetamol; wer zwei Einzelpräparate kombinieren möchte, fragt vorher in der Apotheke.
Auch Alkohol passt nicht dazu: Bei NSAR kann er Nebenwirkungen an Magen und Darm und am Nervensystem verstärken, bei Paracetamol erhöht übermäßiger oder regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko für die Leber.
Wer bei NSAR besonders vorsichtig sein muss
Die Fachinformation von Ibumetin forte nennt unter anderem diese Gegenanzeigen: bekannte Überempfindlichkeitsreaktionen wie Asthma oder Nesselausschlag nach ASS oder anderen NSAR, aktive Magen- oder Darmgeschwüre und -blutungen, frühere Blutungen unter NSAR, schwere Herzschwäche, schwere Leber- oder Nierenerkrankungen und das letzte Drittel der Schwangerschaft. Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure dürfen Kindern unter 12 Jahren laut Fachinformation von Aspirin 500 mg Kautabletten nur auf ärztliche Verschreibung gegeben werden.
Auch Paracetamol ist nicht für jede Situation gemacht: Bei Leberfunktionsstörungen, chronischer Unterernährung oder übermäßigem Alkoholkonsum soll es laut Fachinformation nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Wer regelmäßig andere Medikamente einnimmt, lässt sich vor der ersten Einnahme eines Schmerzmittels in der Apotheke beraten.
Wann Schmerzmittel aus der Apotheke nicht mehr reichen
Halten die Beschwerden länger an als in der Tabelle angegeben, werden sie stärker oder kommen neue Symptome wie Rötung oder Schwellung hinzu, gehört das ärztlich abgeklärt; die Fachinformation von Aspirin 500 mg Kautabletten weist ausdrücklich darauf hin, dass das Zeichen einer ernsten Erkrankung sein kann. Wer Schmerzmittel über längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß nimmt, riskiert laut Fachinformation von Mexalen außerdem einen Kopfschmerz durch die Mittel selbst, der sich mit höheren Dosen nicht behandeln lässt, und bei gewohnheitsmäßiger Einnahme mehrerer Wirkstoffe eine dauerhafte Nierenschädigung.
Stärkere Präparate wie Ibuprofen 600 mg, Naproxen 500 mg, Diclofenac zum Einnehmen oder Metamizol sind rezeptpflichtig. Ob sie nötig sind, klärt die behandelnde Ordination. Plötzliche, sehr starke Schmerzen, Brustschmerz oder Schmerzen mit Lähmungen sind ein Notfall: Rufen Sie 144. Einen Überblick über Schmerzen und Entzündung finden Sie auf der Seite Schmerzmittel mit und ohne Rezept, Einzelheiten zu Ibuprofen auf der Seite zu Ibuprofen, zu Paracetamol auf der Seite zu Mexalen und zu Dexibuprofen auf der Seite zu Seractil.
Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Eine ärztliche Einschätzung Ihrer persönlichen Situation kann dieser Beitrag nicht ersetzen.
Gibt es ein starkes Schmerzmittel ohne Rezept?
Rezeptfrei sind je nach Präparat vor allem Ibuprofen bis 400 mg, Paracetamol 500 mg, Acetylsalicylsäure, Naproxen in niedriger Stärke wie Aleve und Dexketoprofen 25 mg. Eine verlässliche Rangliste der Wirkstärke lässt sich daraus nicht ableiten; wichtiger sind die Art der Schmerzen und Ihre Vorerkrankungen.
Welches rezeptfreie Schmerzmittel wirkt entzündungshemmend?
Die NSAR, etwa Ibuprofen, Naproxen, Dexketoprofen und Acetylsalicylsäure. Paracetamol wirkt laut Fachinformation nur gering entzündungshemmend.
Ist Ibuprofen 400 rezeptfrei?
Je nach Präparat. Viele Ibuprofen-Präparate mit 400 mg sind in Österreich rezeptfrei, einzelne sind rezeptpflichtig. Präparate mit 600 oder 800 mg sind alle rezeptpflichtig.
Ist Seractil rezeptfrei?
Nein. Alle Seractil-Präparate, auch Seractil akut, sind rezeptpflichtig. Dexibuprofen 200 mg gibt es rezeptfrei unter anderen Namen, etwa Eu-Med, Monactil, Movone 200 oder VoltaDexibu.
Darf man Ibuprofen und Paracetamol zusammen nehmen?
Es gibt zugelassene Kombinationspräparate aus beiden Wirkstoffen. Wer zwei Einzelpräparate kombinieren will, fragt vorher in der Apotheke und achtet darauf, dass kein weiteres Mittel Paracetamol oder ein zweites NSAR enthält.
Wie lange darf man Schmerzmittel ohne Arzt nehmen?
Laut den Fachinformationen der hier genannten Präparate nur wenige Tage: bei Ibumetin forte 3 bis 4 Tage, bei Mexalen 3 Tage, bei Aspirin-Kautabletten 3 bis 4 Tage bei Schmerzen und 3 Tage bei Fieber, bei Aleve 4 Tage. Halten die Beschwerden länger an, ist ärztlicher Rat nötig.
- Fachinformation Ibumetin forte 400 mg Filmtabletten, Ibuprofen (BASG, Abschnitte 4.2, 4.3, 4.4, 4.5, 5.1)
- Fachinformation Mexalen 500 mg Tabletten, Paracetamol (BASG, Abschnitte 4.2, 4.4, 5.1)
- Fachinformation Aspirin 500 mg Kautabletten, Acetylsalicylsäure (BASG, Abschnitte 4.2, 5.1)
- Fachinformation Aleve Filmtabletten, Naproxen (BASG, Abschnitte 4.2, 5.1)
- Fachinformation Ketesse 25 mg Filmtabletten, Dexketoprofen (BASG, Abschnitte 4.2, 5.1)
- BASG/AGES: Arzneispezialitätenregister (Rezeptpflicht der einzelnen Präparate)