Wurmkur bei Madenwürmern: was Erwachsene wissen sollten

Madenwürmer gehören zu den häufigen Würmern bei Kindern, betreffen aber meist alle, die eng zusammenleben, also auch Erwachsene. Ein Wurmmittel für Menschen gibt es in Österreich nur auf Rezept; gegen Madenwürmer zugelassen sind Mebendazol und Pyrantel. Diese Seite erklärt Anzeichen, Nachweis, Behandlung und Hygiene und sagt, wann eine Ordination der richtige Weg ist.

Woran man Madenwürmer erkennt

Der Madenwurm (Enterobius vermicularis, auch Oxyuren genannt) lebt ausschließlich beim Menschen, im Dickdarm. Die Weibchen werden höchstens zwölf Millimeter lang, die Männchen höchstens fünf; beide sind weiß. Zur Eiablage verlässt das Weibchen den Darm und klebt 5.000 bis 10.000 Eier auf die Haut rund um den After. Das erklärt das Hauptsymptom: Juckreiz am After, vor allem in der Nacht, was den Schlaf stören kann. Gelegentlich kommen Bauchschmerzen und Durchfall dazu. Gelangen Würmer in die Scheide, können starker Juckreiz und Ausfluss auftreten.

Wer sich kratzt, hat Eier an den Fingern, und nach wenigen Stunden sind sie ansteckend. Über Hände, Toilettenbrillen und Türklinken, mitunter auch als aufgewirbelte Eier über die Luft, gelangen sie wieder in den Mund, beim Betroffenen selbst wie bei anderen. Die Inkubationszeit beträgt laut Gesundheitsportal ein bis vier Wochen, die erwachsenen Würmer leben drei bis vier Monate.

Nachweis: Klebestreifen statt Stuhlprobe

Erwachsene Weibchen liegen oft dem Stuhl auf und sind mit freiem Auge als kleine, weiße, bewegliche Fäden zu erkennen. Die Eier weist man am besten mit einem durchsichtigen Klebestreifen nach: Morgens vor dem Duschen wird damit der Rand des Afters abgetupft, der Streifen auf einen Objektträger geklebt und unter dem Mikroskop untersucht. Eine Stuhluntersuchung auf Madenwurm-Eier ist laut Gesundheitsportal nicht zielführend, weil die Eier nicht im Darm, sondern außen in der Analfalte abgelegt werden.

Für eine schriftliche Beurteilung sind deshalb konkrete Angaben wichtig: ob Sie Würmer gesehen haben, ob der Juckreiz nachts auftritt, ob im Haushalt bereits ein Befall festgestellt wurde und ob ein Klebestreifen-Test gemacht wurde.

Welche Wurmmittel gegen Madenwürmer zugelassen sind

Gegen Madenwürmer sind in Österreich zwei Wirkstoffe zugelassen, beide rezeptpflichtig. Beide werden laut Fachinformation nach zwei bis vier Wochen ein zweites Mal genommen, weil die Gefahr einer erneuten Ansteckung hoch ist. Mebendazol wirkt laut Gesundheitsportal auch auf die Eier in den Wurmweibchen, Pyrantel nicht.

Albendazol wirkt laut Fachinformation zwar ebenfalls gegen Madenwürmer, das hierzulande zugelassene Präparat Eskazole ist aber für Echinokokkose und Trichinose sowie für einen Behandlungsversuch beim Zwergfadenwurm zugelassen, nicht für den Madenwurmbefall. Pyrvinium, das das Gesundheitsportal ebenfalls nennt, ist im österreichischen Arzneispezialitätenregister nicht geführt. Dosierung, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen von Mebendazol beschreibt die Seite zu Mebendazol.

Wirkstoff und PräparatEinnahme bei Madenwürmern (Erwachsene)WiederholungAltersgrenzen laut Fachinformation
Mebendazol: Pantelmin 100 mg Tabletten1 Tablette täglich an 3 aufeinanderfolgenden Tagennach 2 bis 4 Wochenab 2 Jahren; von 1 bis 2 Jahren nur nach strenger Abwägung; unter 1 Jahr nicht
Pyrantel: Combantrin 250 mg Kautabletten oder Suspensioneinmalig 10 mg pro kg Körpergewicht, höchstens 1 gnach 2 bis 4 WochenKautabletten ab 2 Jahren, Suspension ab 6 Monaten

Pyrantel: was bei Combantrin zu beachten ist

Pyrantel wird als Einzeldosis eingenommen, die ganze Menge auf einmal und unabhängig von Mahlzeit und Tageszeit; Kautabletten werden vor dem Schlucken zerkaut. Bei vorbestehender Leberschädigung darf es nicht angewendet werden, und weil die Kautabletten Sorbitol und Fructose enthalten, auch nicht bei hereditärer Fructoseintoleranz. Pyrantel soll nicht zusammen mit Piperazin gegeben werden und kann den Spiegel von Theophyllin erhöhen. Als häufige Nebenwirkungen nennt die Fachinformation Darmkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel und erhöhte Leberwerte.

Aus 10 mg pro kg Körpergewicht ergibt sich für Erwachsene laut Fachinformation diese Anzahl an Kautabletten zu 250 mg, einmalig eingenommen:

KörpergewichtKautabletten zu 250 mg
38 bis unter 51 kg2
51 bis unter 63 kg2½
63 bis 75 kg3
über 75 kg4

Gibt es eine Wurmkur ohne Rezept?

Nein. Im Arzneispezialitätenregister des BASG ist jedes für Menschen zugelassene Wurmmittel als rezeptpflichtig geführt, darunter Pantelmin und beide Combantrin-Präparate. Eine rezeptfreie Wurmkur für Menschen gibt es in Österreich damit nicht, auch nicht für Kinder. Wurmkuren für Hunde, Katzen oder Pferde sind Tierarzneimittel und für Menschen keine Alternative.

Ein Rezept stellt die Hausärztin oder der Hausarzt aus, für Erwachsene unter Umständen auch eine schriftliche ärztliche Beurteilung wie unsere. Es lautet immer auf eine bestimmte Person, denn das Rezeptpflichtgesetz verlangt in § 3 den Namen der Person, für die es bestimmt ist. Abgegeben wird das Präparat in der Apotheke; wie das bei einem Privatrezept funktioniert, erklärt die Seite Privatrezept.

Mitbewohner und Familie gleichzeitig behandeln

Weil sich ein Befall meist auf alle erstreckt, die eng zusammenleben, sollen laut Fachinformation von Combantrin auch Kontaktpersonen untersucht und bei Bedarf behandelt werden. Die Gebrauchsinformation von Pantelmin empfiehlt, dass sich alle im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen gleichzeitig behandeln lassen, und das Gesundheitsportal hält eine Gruppentherapie für sinnvoll, auch wenn nur ein Mitglied sichtbar betroffen ist.

Für unsere Beurteilung heißt das: Jede erwachsene Person braucht eine eigene Anfrage mit eigenem Fragebogen, weil Vorerkrankungen, Medikamente und eine mögliche Schwangerschaft individuell sind. Ein gemeinsames Rezept für mehrere Personen gibt es nicht, und Kinder im Haushalt gehören zur Kinderärztin, zum Kinderarzt oder in die hausärztliche Ordination.

Hygiene während der Behandlung

Ohne Hygiene kommt der Befall leicht zurück, weil Eier über Finger, Wäsche und Gegenstände wieder in den Mund gelangen. Die Gebrauchsinformation von Pantelmin, die Fachinformation von Combantrin und das Gesundheitsportal nennen dafür konkrete Maßnahmen:

  • Die Hände oft und gründlich waschen, besonders nach dem Toilettengang, und die Fingernägel mit einer Nagelbürste reinigen.
  • Unterwäsche und Bettwäsche häufig wechseln und auskochen.
  • Wohnräume und Sanitäreinrichtungen sauber halten, damit Wurmeier beseitigt werden.
  • Kratzen möglichst vermeiden, denn dabei gelangen die Eier an die Finger.
  • Eine eigene Diät oder Abführmittel braucht es laut Packungsbeilage nicht.

Wann eine Ordination der richtige Weg ist

Ob eine schriftliche Beurteilung ausreicht, entscheidet der Arzt im Einzelfall anhand Ihrer Angaben. Anfragen stellen Erwachsene für sich selbst; ist ein Kind betroffen, sind die Kinderärztin, der Kinderarzt oder die hausärztliche Ordination zuständig. In den folgenden Situationen ist eine Untersuchung häufig der bessere Weg; wenden Sie sich dann an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, bei Unsicherheit berät die Gesundheitsnummer 1450.

  • Sie sind schwanger oder stillen: Mebendazol wird laut Fachinformation in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn es nach ärztlicher Konsultation dringendst erforderlich ist, Pyrantel nur bei zwingender Indikation. Diese Abwägung trifft der Arzt im Einzelfall; häufig ist dafür eine persönliche Abklärung in einer frauenärztlichen Ordination sinnvoll.
  • Sie haben eine Lebererkrankung: Bei vorbestehender Leberschädigung darf Pyrantel nicht angewendet werden, bei Mebendazol ist eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung mit Kontrollen nötig.
  • Der Befall kommt trotz Behandlung und Hygiene immer wieder: Dann ist laut Gesundheitsportal eine verlängerte Behandlungsstrategie über ein halbes Jahr nötig.
  • Die Beschwerden passen nicht zum typischen Bild, etwa Fieber, Blut im Stuhl oder ungewollter Gewichtsverlust, oder Sie vermuten nach einer Fernreise andere Würmer.

So läuft die Anfrage ab

Im Fragebogen schildern Sie, was Sie beobachtet haben, ob jemand im Haushalt betroffen ist, welche Erkrankungen und Medikamente Sie haben und ob eine Schwangerschaft möglich ist; danach wird das Honorar online bezahlt. Beurteilt wird die Anfrage von lek. Damian Wojno, einem Arzt mit polnischer Approbation (Nr. 3211301, Ärztekammer in Olsztyn), der nicht in Österreich niedergelassen ist. Der Kontakt läuft ausschließlich schriftlich über die Plattform, ohne Video, Telefonat oder Live-Chat. Bei positiver Beurteilung kommt das Privatrezept als PDF per E-Mail; ein Anspruch darauf besteht nicht.

Bezahlt wird die ärztliche Prüfung Ihrer Angaben, ein bestimmtes Dokument ist damit nicht garantiert. Entscheidet sich der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen dagegen, zahlen wir das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage samt Erinnerung, und auf Wunsch verlängern wir diese Frist. Kann die Prüfung trotzdem nicht zu Ende geführt werden, beenden wir die Anfrage und zahlen das gesamte Honorar zurück.

Das PDF ist eine grenzüberschreitende Verschreibung, deren Anerkennung sich auf Artikel 11 der Richtlinie 2011/24/EU stützt, und gilt in Österreich als Privatrezept: Die Packung zahlen Sie selbst. Eine qualifizierte elektronische Signatur trägt es nicht, und über die Einlösung entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall. Die erste Abgabe muss innerhalb eines Monats erfolgen; Einzelheiten stehen im Beitrag Wie lange ist ein Rezept gültig?. Arzneimittel versenden wir nicht.

Ist Pantelmin in Österreich rezeptfrei?

Nein. Pantelmin 100 mg Tabletten mit dem Wirkstoff Mebendazol sind rezept- und apothekenpflichtig. Auch Combantrin mit Pyrantel ist rezeptpflichtig, und ein rezeptfreies Wurmmittel für Menschen ist in Österreich nicht zugelassen.

Was hilft gegen Madenwürmer bei Erwachsenen?

Zugelassen sind Mebendazol, eine Tablette täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen, und Pyrantel als einmalige Dosis nach Körpergewicht. Bei beiden wird die Behandlung nach zwei bis vier Wochen wiederholt. Ebenso wichtig sind die gleichzeitige Behandlung des Haushalts und konsequente Hygiene.

Muss die ganze Familie eine Wurmkur machen?

In der Regel ja: Die Packungsbeilage von Pantelmin empfiehlt, alle Personen im gemeinsamen Haushalt gleichzeitig zu behandeln, und laut Gesundheitsportal ist das auch sinnvoll, wenn nur eine Person sichtbar betroffen ist. Jede Person braucht dafür ein eigenes Rezept. Für Kinder sind die Kinderärztin, der Kinderarzt oder die hausärztliche Ordination zuständig.

Kann man Madenwürmer im Stuhl sehen?

Oft ja: Die erwachsenen Weibchen liegen dem Stuhl häufig auf und sind als kleine, weiße, bewegliche Fäden erkennbar. Die Eier sieht man nicht; sie lassen sich am besten morgens mit einem Klebestreifen vom Afterrand nachweisen. Eine Stuhlprobe ist dafür nicht geeignet.

Darf man in der Schwangerschaft eine Wurmkur machen?

Nur nach ärztlicher Abwägung. Mebendazol steht im Verdacht, Erbschäden zu verursachen, und wird laut Fachinformation in der Schwangerschaft nur gegeben, wenn es dringendst erforderlich ist; Pyrantel nur bei zwingender Indikation. Ob behandelt wird, entscheidet der Arzt im Einzelfall; oft ist dafür eine persönliche Abklärung in einer Ordination sinnvoll.

Warum muss die Wurmkur wiederholt werden?

Weil sich Menschen über Eier an Händen, Wäsche und Gegenständen leicht erneut anstecken. Die Fachinformationen von Mebendazol und Pyrantel sehen deshalb eine zweite Behandlung nach zwei bis vier Wochen vor. Kommt der Befall trotzdem immer wieder, ist eine längere, ärztlich geplante Behandlung nötig.

Wie lange dauert eine Wurmkur?

Mit Mebendazol dauert eine Runde drei Tage, bei Pyrantel genügt eine Einzeldosis; in beiden Fällen folgt nach zwei bis vier Wochen eine zweite Runde. Für Pyrantel sieht die Fachinformation nach spätestens sechs Monaten eine Kontrolluntersuchung vor, bei Bedarf mit erneuter Behandlung.