Mebendazol gegen Madenwürmer und andere Darmwürmer

Mebendazol ist ein Wurmmittel aus der Gruppe der Benzimidazole und in Österreich als Pantelmin 100 mg Tabletten zugelassen und rezeptpflichtig. Es wirkt im Darm und wird gegen Madenwürmer, Spul-, Peitschen- und Hakenwürmer sowie gegen Zwergfadenwurm und Bandwurm eingesetzt. Diese Seite fasst die Angaben der österreichischen Fachinformation zu Einnahme, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Schwangerschaft zusammen.

Wofür Mebendazol zugelassen ist

Für Menschen ist Mebendazol in Österreich in einem einzigen Präparat zugelassen: Pantelmin 100 mg Tabletten. Die Fachinformation bezeichnet es als Breitbandanthelminthikum, also als Wurmmittel mit breitem Wirkungsspektrum, und nennt diese Anwendungsgebiete:

  • Madenwürmer (Enterobiasis, Oxyuriasis)
  • Spulwürmer (Ascariasis)
  • Peitschenwürmer (Trichuriasis)
  • Hakenwürmer (Ankylostomiasis)
  • Zwergfadenwürmer (Strongyloidiasis)
  • Bandwürmer (Taeniasis)

Wie Mebendazol wirkt

Mebendazol wirkt örtlich im Darm. Es bindet an Tubulin, einen Baustein im Zellgerüst der Würmer, und stört so die Aufnahme von Nährstoffen, vor allem von Zucker. Die Würmer verbrauchen ihre Reserven, ihr Darmgewebe geht zugrunde, und sie sterben ab. Ins Blut gelangen nur etwa zehn Prozent einer Dosis; eine fettreiche Mahlzeit erhöht diesen Anteil mäßig. Die Halbwertszeit liegt bei den meisten Menschen bei drei bis sechs Stunden.

Laut Gesundheitsportal wirkt Mebendazol, anders als Pyrantel, auch auf die Eier in den Wurmweibchen. Für die Zystizerkose, also den Befall von Gewebe mit Larven des Schweinebandwurms, gibt es laut Fachinformation keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit.

Einnahme laut Fachinformation

Die Dosis richtet sich nach der Wurmart, nicht nach dem Körpergewicht. Die Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit während einer Mahlzeit zerkaut oder im Ganzen geschluckt; eine eigene Diät oder Abführmittel braucht es nicht. Eine Packung enthält 6 Tabletten, also die Menge für zwei Behandlungsdurchgänge gegen Madenwürmer.

Wird eine Einnahme vergessen und fällt das noch am selben Tag auf, wird sie am selben Tag nachgeholt. Fällt es erst am nächsten Tag auf, kann laut Gebrauchsinformation eine Verlängerung um einen Tag nötig sein, die mit dem Arzt besprochen werden soll. Wer die Behandlung vorzeitig abbricht oder unterbricht, gefährdet den Erfolg.

WurmartEinnahme bei ErwachsenenHinweis aus der Fachinformation
Madenwürmer1 Tablette (100 mg) täglich an 3 aufeinanderfolgenden TagenWiederholung nach 2 bis 4 Wochen wegen hoher Gefahr einer erneuten Ansteckung
Spul-, Peitschen- und Hakenwürmerje 1 Tablette morgens und abends an 3 aufeinanderfolgenden Tagenbei ungenügender Wirkung wird die Behandlung wiederholt, nicht die Dosis erhöht
Bandwürmer und Zwergfadenwürmerje 2 Tabletten morgens und abends an 3 aufeinanderfolgenden Tagenbei schweren Lebererkrankungen nicht anwenden

Nebenwirkungen und Warnzeichen

Die Fachinformation fasst 39 klinische Studien mit 6276 Teilnehmenden zusammen; keine Nebenwirkung trat darin sehr häufig auf. Bauchschmerzen und Durchfall können auch vom Wurmbefall selbst kommen: Laut Gebrauchsinformation hatten Menschen mit starkem Befall während der Behandlung solche Beschwerden.

Brechen Sie die Einnahme ab und holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Appetitlosigkeit, eine Gelbfärbung der Haut, dunkler Urin, Juckreiz oder eine Druckempfindlichkeit des Bauches auftreten; das können Zeichen einer Veränderung von Leber, Nieren oder Blutbild sein. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Blasen auf Haut und Schleimhäuten wählen Sie den Notruf 144.

HäufigkeitNebenwirkungen laut Fachinformation
häufig (bis zu 1 von 10)Bauchschmerzen
gelegentlich (bis zu 1 von 100)Bauchbeschwerden, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen
selten (bis zu 1 von 1.000)Überempfindlichkeitsreaktionen bis zur Anaphylaxie, Schwindel, Krampfanfälle, Leberentzündung und veränderte Leberwerte, Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen von Haut und Schleimhaut, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Haarausfall, Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen; bei der hoch dosierten Behandlung der Echinokokkose außerdem Agranulozytose und Nierenentzündung (Glomerulonephritis)

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Gegenanzeigen sind eine Überempfindlichkeit gegen Mebendazol, gegen den Farbstoff Gelborange S (E 110) oder einen anderen Bestandteil sowie ein Alter unter einem Jahr. Besondere Vorsicht verlangt die Fachinformation in diesen Fällen:

  • Eingeschränkte Leberfunktion: nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und mit Kontrollen der Leberfunktion; bei schweren Lebererkrankungen keine hohen Dosen wie bei Bandwurm oder Zwergfadenwurm.
  • Diabetes: Der Blutzucker soll sorgfältig überwacht werden.
  • Gleichzeitige Behandlung mit Kortison oder anderen Immunsuppressiva: Sie kann den Verlauf einer Wurmerkrankung ungünstig beeinflussen, vor allem beim Zwergfadenwurm.
  • Anwendung über längere Zeit: Blutbild sowie Nieren- und Leberfunktion sollen regelmäßig kontrolliert werden.
  • Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Wechselwirkungen

Zu vermeiden ist vor allem die Kombination mit dem Antibiotikum Metronidazol: Eine Fall-Kontroll-Studie deutete auf einen Zusammenhang zwischen der gemeinsamen Einnahme und schweren Hautreaktionen hin (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse). Wer gerade ein Antibiotikum nimmt, sollte das deshalb unbedingt angeben; mehr zu Antibiotika steht auf der Seite Antibiotika.

Cimetidin, ein Mittel gegen Magensäure, kann den Abbau von Mebendazol in der Leber bremsen und den Blutspiegel vor allem bei längerer Behandlung erhöhen. Die Antiepileptika Phenytoin und Carbamazepin können den Spiegel senken, eine Langzeitbehandlung mit dem HIV-Mittel Ritonavir hat die Aufnahme deutlich verringert. Geben Sie im Fragebogen alle Arzneimittel an, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie.

Schwangerschaft, Stillzeit und Verhütung

In Tierversuchen an Ratten und Mäusen wirkte Mebendazol embryotoxisch und fruchtschädigend, und der Wirkstoff steht im Verdacht, Erbschäden zu verursachen. Laut Fachinformation wird Pantelmin deshalb in der Schwangerschaft, besonders im ersten Drittel, nicht gegeben, es sei denn, es ist nach ärztlicher Konsultation dringendst erforderlich. Ob in der Schwangerschaft behandelt wird, wägt der Arzt im Einzelfall ab; häufig ist dafür eine persönliche Abklärung in einer frauenärztlichen Ordination sinnvoll.

Geringe Mengen gehen in die Muttermilch über. Die Fachinformation verlangt in der Stillzeit eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung, die Gebrauchsinformation sieht vor, während der Behandlung nicht zu stillen. Weil eine Veränderung des Erbguts nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen ist, sollen Frauen und Männer während der Behandlung wirksam verhüten.

Mebendazol bei Kindern

Für Kinder ab zwei Jahren entspricht die Dosis gegen Maden-, Spul-, Peitschen- und Hakenwürmer der Erwachsenendosis. Bei Kindern unter einem Jahr darf Pantelmin nicht angewendet werden, zwischen einem und zwei Jahren nur, wenn der mögliche Nutzen das Risiko rechtfertigt. Sehr selten wurden bei Kindern, auch unter einem Jahr, Krampfanfälle berichtet. Kleinkindern wird die Tablette zerdrückt und nur unter Aufsicht gegeben. Online verordnen wir Mebendazol für Kinder nicht; zuständig ist die kinderärztliche oder hausärztliche Ordination.

Rezeptpflicht und Einlösen in der Apotheke

Pantelmin ist in Österreich rezept- und apothekenpflichtig; ein Mebendazol ohne Rezept gibt es hier nicht. Ein Rezept lautet immer auf eine bestimmte Person. Weil laut Packungsbeilage alle Haushaltsmitglieder gleichzeitig behandelt werden sollen, braucht jede erwachsene Person eine eigene Verordnung; Hinweise zu Hygiene und gemeinsamer Behandlung stehen unter Wurmkur.

Die Verordnung aus unserer Beurteilung ist ein grenzüberschreitendes Rezept, dessen Anerkennung auf Artikel 11 der Richtlinie 2011/24/EU beruht; in Österreich wird es wie ein Privatrezept behandelt, Pantelmin bezahlen Sie also selbst. Das PDF trägt keine qualifizierte elektronische Signatur, und ob es eingelöst wird, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. Wird es nicht spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum zum ersten Mal eingelöst, verliert es nach § 4 Abs. 1 Rezeptpflichtgesetz seine Gültigkeit; mehr dazu im Beitrag Wie lange ist ein Rezept gültig?. Wir versenden keine Arzneimittel.

So läuft die Anfrage ab

Der Ablauf ist rein schriftlich: Sie wählen die Leistung, beantworten den medizinischen Fragebogen zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und einer möglichen Schwangerschaft und bezahlen online. Die ärztliche Beurteilung übernimmt lek. Damian Wojno (polnische Approbation Nr. 3211301, Ärztekammer in Olsztyn, nicht in Österreich niedergelassen). Ein Videogespräch, ein Telefonat oder einen Live-Chat gibt es nicht. Braucht der Arzt weitere Angaben, fragt er über die Plattform nach oder rät zu einer Untersuchung in einer Ordination; fällt die Beurteilung positiv aus, kommt das Rezept als PDF per E-Mail. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Bezahlt wird die ärztliche Prüfung Ihrer Angaben, ein bestimmtes Dokument ist damit nicht garantiert. Entscheidet sich der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen dagegen, zahlen wir das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage samt Erinnerung, und auf Wunsch verlängern wir diese Frist. Kann die Prüfung trotzdem nicht zu Ende geführt werden, beenden wir die Anfrage und zahlen das gesamte Honorar zurück.

Ist Mebendazol in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Das einzige für Menschen zugelassene Mebendazol-Präparat, Pantelmin 100 mg Tabletten, ist rezept- und apothekenpflichtig, und auch die übrigen Wurmmittel für Menschen gibt es hierzulande nur auf Rezept.

Wie nehme ich Pantelmin bei Madenwürmern ein?

Laut Fachinformation nehmen Erwachsene eine Tablette täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen, während einer Mahlzeit, zerkaut oder geschluckt. Nach zwei bis vier Wochen wird die Behandlung wiederholt. Gleichzeitig sollten sich alle im Haushalt behandeln lassen und die Hygieneregeln einhalten.

Darf ich Mebendazol mit Metronidazol zusammen einnehmen?

Nein. Die Fachinformation rät von der gemeinsamen Anwendung ab, weil eine Studie auf einen Zusammenhang mit schweren Hautreaktionen hindeutete. Nehmen Sie Metronidazol ein, geben Sie das bei der Beurteilung an.

Was tun, wenn ich zu viele Tabletten genommen habe?

Bei einer versehentlichen Überdosierung können Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Ein spezifisches Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt, Aktivkohle kann gegeben werden; verständigen Sie den Arzt, damit Blutbild und Leberwerte kontrolliert werden können. Die Vergiftungsinformationszentrale erreichen Sie unter 01 406 43 43.

Muss ich während der Einnahme verhüten?

Ja, und zwar Frauen wie Männer. Die Fachinformation empfiehlt eine wirksame Empfängnisverhütung für die Dauer der Behandlung, weil Veränderungen am Erbgut nicht sicher ausgeschlossen werden können. Eine Frist über das Ende der Einnahme hinaus nennt sie nicht.

Hilft Mebendazol auch gegen Bandwürmer?

Ja, der Bandwurmbefall (Taeniasis) gehört zu den zugelassenen Anwendungsgebieten; vorgesehen sind dann zwei Tabletten morgens und abends an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Ein Bandwurm sollte aber ärztlich vor Ort diagnostiziert und behandelt werden, und bei schweren Lebererkrankungen ist diese hohe Dosis nicht vorgesehen.