Schmerzmittel: rezeptfrei oder auf Rezept
Schmerzmittel sind in Österreich teils rezeptfrei, teils rezeptpflichtig, und die Grenze verläuft entlang von Wirkstoff und Stärke. Diese Seite ordnet ein, was ohne Rezept erhältlich ist, wie lange eine Selbstbehandlung vertretbar bleibt, welche Kombinationen riskant sind und welche Substanzgruppen wir grundsätzlich nicht verordnen.
Welche Schmerzmittel sind in Österreich rezeptfrei?
Ohne Rezept erhältlich sind in der Apotheke vor allem Ibuprofen bis 400 mg, Paracetamol 500 mg und Acetylsalicylsäure in den Stärken gegen Schmerzen und Fieber, außerdem Kombinationen mit Koffein sowie Gele und Pflaster mit Ibuprofen oder Diclofenac, jeweils je nach Präparat. Rezeptfrei heißt dabei nicht harmlos, sondern lediglich, dass die Abgabe ohne ärztliche Verordnung erlaubt ist; die Beratung durch die Apothekerin oder den Apotheker gehört ausdrücklich dazu. Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zählen zu den nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR: Sie hemmen Schmerz und Entzündung, belasten aber Magenschleimhaut, Nieren und Blutdruck. Paracetamol wirkt kaum entzündungshemmend, ist am Magen verträglicher und schädigt bei Überdosierung die Leber, weshalb die in der Gebrauchsinformation genannte Tageshöchstdosis strikt einzuhalten ist. Wichtig ist, versteckte Doppelmedikation zu vermeiden: Viele Erkältungspräparate enthalten bereits Paracetamol oder Ibuprofen. Nehmen Sie deshalb nie zwei Präparate gleichzeitig, ohne die Wirkstoffliste zu vergleichen, und fragen Sie im Zweifel in der Apotheke nach.
Oft wird gefragt, welches rezeptfreie Schmerzmittel am stärksten wirkt. Eine allgemeine Reihenfolge hilft dabei wenig, weil es auf die Art der Schmerzen ankommt: Bei entzündlichen Beschwerden wirken NSAR anders als Paracetamol, das kaum entzündungshemmend ist. Mehr dazu im Beitrag Die stärksten Schmerzmittel ohne Rezept.
Rezeptfrei oder rezeptpflichtig: Übersicht nach Wirkstoff
Die Tabelle fasst die Einstufung im Arzneispezialitätenregister des BASG zusammen. Maßgeblich ist immer das einzelne Präparat: Dieselbe Stärke kann unter einem Namen rezeptfrei und unter einem anderen rezeptpflichtig sein. Im Zweifel klärt das die Apotheke oder der Eintrag im Register.
| Wirkstoff | ohne Rezept (je nach Präparat) | rezeptpflichtig |
|---|---|---|
| Ibuprofen | Tabletten und Kapseln zu 200 und 400 mg, Gele und Pflaster | Tabletten zu 600 und 800 mg, Infusionen, einzelne Präparate zu 200 und 400 mg sowie manche Säfte und Zäpfchen für Kinder |
| Dexibuprofen | einzelne Präparate zu 200 mg | Präparate zu 300 und 400 mg und ein Teil der 200-mg-Präparate |
| Diclofenac | viele Gele und Pflaster zur Anwendung auf der Haut | Tabletten, Kapseln, Zäpfchen und Injektionen sowie ein Teil der Gele |
| Naproxen | Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium (entspricht 200 mg Naproxen) | Tabletten zu 500 und 550 mg, Säfte und Kombinationspräparate |
| Paracetamol | Tabletten zu 500 mg je nach Präparat, Säfte | Tabletten zu 1000 mg, Brausetabletten und ein Teil der Zäpfchen |
| Acetylsalicylsäure | Präparate zu 320 und 500 mg gegen Schmerzen und Fieber, einzelne Präparate zu 100 mg | die meisten niedrig dosierten Präparate zu 30 bis 100 mg |
| Metamizol | kein Präparat | alle Tabletten, Tropfen und Ampullen |
| Triptane gegen Migräne | einzelne Präparate mit Sumatriptan 50 mg oder Zolmitriptan 2,5 mg | die übrigen Präparate |
Wann wird ein Rezept notwendig?
Rezeptpflichtig sind die höheren Stärken von Ibuprofen, also Tabletten mit 600 oder 800 Milligramm, Dexibuprofen in 300 und 400 Milligramm, wie es etwa unter dem Namen Seractil im Handel ist, Diclofenac zum Einnehmen, als Zäpfchen und als Injektion sowie Metamizol, das viele als Novalgin kennen. Ebenfalls verschreibungspflichtig sind die meisten Triptane gegen Migräne, entzündungshemmende Kortisonpräparate zum Einnehmen und Muskelrelaxanzien. Der Grund für die Verschreibungspflicht liegt nicht in der Stärke des Schmerzes, sondern im Risikoprofil: Höhere Dosen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden und Blutdruckanstieg, und bei Metamizol kommt eine seltene, aber gefährliche Blutbildstörung hinzu. Verordnet werden diese Arzneimittel deshalb nach Beurteilung der Vorerkrankungen, der Nierenfunktion und der übrigen Medikation. Wer bereits eingestellt ist und die Behandlung fortführen möchte, benötigt für die neuerliche Abgabe in der Apotheke wieder eine gültige ärztliche Verordnung.
Entzündungshemmende Schmerzmittel
Entzündungshemmend wirken vor allem die nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR: Ibuprofen, Dexibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Acetylsalicylsäure. Die Fachinformationen beschreiben Ibuprofen als nichtsteroidales Antiphlogistikum mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften, Diclofenac als Wirkstoff mit antirheumatischer, antiphlogistischer und analgetischer Wirkung. Sie kommen deshalb bei Schmerzen infrage, die mit einer Entzündung einhergehen, etwa bei Gelenks- und Muskelbeschwerden oder nach Verletzungen.
Paracetamol wirkt dagegen schmerzstillend und fiebersenkend, seine entzündungshemmende Wirkung ist laut Fachinformation gering, die Magenverträglichkeit dafür gut. Metamizol wirkt stark schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend und wird nicht als klassisches Entzündungsmittel eingesetzt. Welcher Wirkstoff passt, hängt also von der Art der Beschwerden und von den Vorerkrankungen ab, und bei anhaltenden Entzündungszeichen gehört die Ursache abgeklärt.
Wie lange darf man NSAR einnehmen?
Rezeptfreie Packungen sind für die kurzfristige Selbstbehandlung gedacht, also für einige wenige Tage. Bessern sich die Beschwerden in dieser Zeit nicht oder kehren sie rasch zurück, gehört die Ursache abgeklärt, statt die Einnahme zu verlängern. Der Grund ist das mit der Dauer steigende Risiko: Magengeschwüre und Blutungen, eingeschränkte Nierenfunktion, Wassereinlagerungen, Blutdruckanstieg und bei längerer Anwendung in höherer Dosis auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse. Menschen über 65, mit früherem Magengeschwür, mit Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz oder unter Blutverdünnung tragen ein deutlich höheres Risiko und brauchen eine ärztliche Abwägung, oft ergänzt um einen Magenschutz. Bei chronischen Schmerzen ist die Dauereinnahme eines NSAR ohnehin selten die richtige Antwort; dort gehören Ursachenklärung, Physiotherapie und Bewegung dazu. Auch bei Kopfschmerzen gilt eine eigene Grenze: Werden Schmerzmittel an zu vielen Tagen im Monat eingenommen, können sie selbst Kopfschmerzen unterhalten.
Magenschutz bei Schmerzmitteln
NSAR können die Magenschleimhaut schädigen, und laut Fachinformation steigt das Risiko für Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt mit der Dosis, bei früheren Geschwüren und im höheren Alter. Für diese Personen sowie für Menschen, die zusätzlich niedrig dosierte Acetylsalicylsäure oder andere Arzneimittel mit erhöhtem Magen-Darm-Risiko einnehmen, sieht die Fachinformation vor, eine Kombination mit einem schützenden Arzneimittel zu erwägen, etwa einem Protonenpumpenhemmer; außerdem soll mit der niedrigsten Dosis begonnen werden.
Ob ein Magenschutz nötig ist, ist eine ärztliche Entscheidung und hängt von Ihrem Risiko ab, nicht allein vom Schmerzmittel. Ungewöhnliche Bauchbeschwerden, schwarzer Stuhl oder Bluterbrechen unter einem NSAR sind ein Grund, die Einnahme zu beenden und rasch ärztliche Hilfe zu suchen.
Warum Metamizol ärztlich begleitet gehört
Metamizol wirkt stark schmerzlindernd und fiebersenkend, wirkt krampflösend und belastet den Magen weniger als NSAR. Genau deshalb wird es häufig verwendet, etwa bei Koliken oder wenn NSAR nicht vertragen werden. Sein Risiko liegt anderswo: Metamizol kann in seltenen Fällen eine Agranulozytose auslösen, also einen starken Abfall der weißen Blutkörperchen, wodurch eine gewöhnliche Infektion lebensbedrohlich werden kann. Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Anwendungsbedingungen deshalb überprüft und die Warnhinweise vereinheitlicht. Praktisch bedeutet das: Wer unter Metamizol Fieber, Halsschmerzen, Entzündungen im Mund oder ein plötzliches Krankheitsgefühl bemerkt, beendet die Einnahme und sucht ärztliche Hilfe, damit ein Blutbild gemacht wird. Auch ein Blutdruckabfall bei rascher Anwendung ist beschrieben. Aus diesen Gründen ist Metamizol verschreibungspflichtig, es ist kein Präparat für die dauerhafte Selbstbehandlung und wird nur nach Beurteilung der Vorgeschichte verordnet.
Welche Kombinationen sind riskant?
Zwei NSAR gleichzeitig zu nehmen, etwa Ibuprofen und Diclofenac, verstärkt nicht die Wirkung, sondern nur die Nebenwirkungen; das gilt auch für die Kombination mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure zur Herzvorbeugung, deren Schutzwirkung Ibuprofen zudem abschwächen kann. Besonders bekannt ist die Dreierkombination aus NSAR, einem ACE-Hemmer oder Sartan und einem entwässernden Arzneimittel: Sie kann die Nierenfunktion rasch verschlechtern, vor allem bei Flüssigkeitsmangel im Rahmen einer fieberhaften Erkrankung. Riskant ist außerdem die Kombination von NSAR mit Blutverdünnern oder mit Kortison, weil das Blutungsrisiko im Magen-Darm-Trakt steigt, ebenso die Kombination mit SSRI-Antidepressiva. Alkohol verstärkt die Magenbelastung und bei Paracetamol die Leberbelastung. Weil solche Wechselwirkungen aus einer vollständigen Medikamentenliste erkennbar sind und nicht aus dem Bauchgefühl, ist diese Liste der wichtigste Teil jeder Beurteilung, auch bei uns.
Was hilft bei Migräne?
Bei einem leichten bis mittelschweren Migräneanfall ist ein ausreichend hoch dosiertes NSAR oder Acetylsalicylsäure der übliche erste Schritt, oft ergänzt um ein Mittel gegen Übelkeit, das zugleich die Aufnahme des Schmerzmittels verbessert. Reicht das nicht aus, kommen Triptane infrage, die spezifisch am Migränemechanismus ansetzen und in Österreich überwiegend verschreibungspflichtig sind; nur einzelne Präparate sind laut Register rezeptfrei. Sie werden früh im Anfall angewendet, nicht erst nach Stunden, und sie sind bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht geeignet, weshalb vor der ersten Verordnung eine ärztliche Beurteilung steht. Bei häufigen Anfällen tritt neben die Akutbehandlung die Vorbeugung, etwa mit Betablockern oder anderen Wirkstoffgruppen. Wichtig ist die Begrenzung der Einnahmetage pro Monat, weil zu häufiger Gebrauch von Akutmedikamenten einen eigenständigen Kopfschmerz unterhält. Ein Kopfschmerzkalender liefert dafür die beste Grundlage. Neu aufgetretener, ungewöhnlich heftiger Kopfschmerz oder Kopfschmerz mit neurologischen Ausfällen gehört dringend ärztlich abgeklärt.
Opioide, Beruhigungsmittel und Gabapentinoide: nicht über diesen Weg
Für einen Teil der Schmerztherapie ist eine ärztliche Verordnung aus einem anderen EU-Staat nicht vorgesehen. Nach Art. 11 Abs. 6 der Richtlinie 2011/24/EU sind Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe von der grenzüberschreitenden Anerkennung ausgenommen. Wir verordnen daher keine Opioide wie Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Fentanyl, Tramadol oder Tilidin, keine Benzodiazepine, keine Schlafmittel vom Z-Typ, keine Stimulanzien und kein medizinisches Cannabis. Zusätzlich nehmen wir Gabapentinoide aus, also Pregabalin und Gabapentin, die bei neuropathischen Schmerzen häufig verordnet werden und in mehreren Ländern wegen Missbrauchspotenzials besonderen Regeln unterliegen. Diese Grenze gilt unabhängig davon, wie gut eine bestehende Behandlung läuft. Wer solche Arzneimittel benötigt, bleibt in Betreuung einer Ordination in Österreich oder einer Schmerzambulanz; dort ist auch die begleitende Kontrolle möglich, die diese Substanzen ohnehin verlangen. Eine Anfrage dazu lehnen wir ab, bevor eine Zahlung erfolgt.
Rezept für ein Schmerzmittel online
Wenn Sie ein verschreibungspflichtiges, nicht ausgeschlossenes Schmerzmittel bereits ärztlich verordnet bekommen haben und die Behandlung fortführen möchten, füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus und laden Belege der bisherigen Behandlung hoch, etwa die letzte Verordnung, dazu die Liste aller weiteren Arzneimittel und bekannte Vorerkrankungen von Magen, Nieren und Herz. Geht es um neue Beschwerden, beschreiben Sie diese im Fragebogen samt denselben Angaben zu Vorerkrankungen und Medikation; der Arzt entscheidet, ob eine Behandlung ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist, und kann Befunde anfordern oder eine Ordination empfehlen. Der Arzt beurteilt die Angaben schriftlich; Video, Telefonat oder Live-Chat gibt es bei uns nicht. Passt die Anfrage, erhalten Sie ein Dokument als PDF per E-Mail und legen es mit einem amtlichen Lichtbildausweis in einer Apotheke vor; ein PIN-Code wird nicht vergeben. Arzneimittel versenden wir nicht: Die Abgabe von Arzneimitteln im Fernabsatz ist nach § 59 Abs. 8 AMG verboten, Ausnahmen gibt es nur für nicht rezeptpflichtige Arzneispezialitäten. Bezahlt wird die ärztliche Prüfung Ihrer Angaben, ein bestimmtes Dokument ist damit nicht garantiert. Entscheidet sich der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen dagegen, zahlen wir das Honorar zurück. Fragt er nach Unterlagen, bleiben Ihnen mindestens 7 Tage samt Erinnerung, und die Frist lässt sich auf Wunsch verlängern. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, schließen wir die Anfrage und überweisen Ihnen das ganze Honorar zurück.
Wer diese Seite verantwortet
Autor und medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, polnische Approbation (PWZ) Nr. 3211301, Ärztekammer in Olsztyn (Polen), für MEDINOW Sp. z o.o. MEDINOW ist in Polen eingetragen; Ihre Angaben prüft ein dort zugelassener Arzt, nicht eine Ordination in Österreich. Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Untersuchung. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Fachinformationen und Gebrauchsinformationen, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Bei plötzlich einsetzendem heftigem Schmerz, bei Brustschmerz, bei Bauchschmerz mit hartem Bauch oder bei Anzeichen einer Blutung wie schwarzem Stuhl wenden Sie sich an eine Ordination, an die Gesundheitsberatung 1450 oder in bedrohlichen Situationen an die Rettung unter 144. Präparatenamen dienen hier nur der Orientierung und sind keine Empfehlung, denn rezeptpflichtige Medikamente dürfen bei Laien nicht beworben werden. Eine bestimmte Apotheke nennen wir nicht: Ob die Apotheke das Rezept annimmt, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker in jedem Fall selbst.
Ist Ibuprofen 600 rezeptfrei?
Nein. Laut Arzneispezialitätenregister sind alle Ibuprofen-Tabletten mit 600 oder 800 Milligramm rezeptpflichtig. Ohne Rezept gibt es Ibuprofen in Tabletten und Kapseln nur bis 400 mg, und auch dort ist nicht jedes Präparat rezeptfrei. Der Unterschied liegt im Risiko: Mit der Dosis steigen die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Blutungen, die Belastung der Nieren und der Einfluss auf den Blutdruck. Deshalb wird vor der Verordnung nach Vorerkrankungen, Nierenfunktion und übriger Medikation gefragt.
Warum ist Novalgin rezeptpflichtig?
Novalgin enthält Metamizol, das in seltenen Fällen eine Agranulozytose auslösen kann, also einen starken Abfall der weißen Blutkörperchen. Eine banale Infektion kann dadurch gefährlich werden. Wer unter der Einnahme Fieber, Halsschmerzen oder Entzündungen im Mund bemerkt, beendet sie und sucht ärztliche Hilfe für ein Blutbild. Wegen dieses Risikos und eines möglichen Blutdruckabfalls ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig.
Wie viele Tage darf man NSAR nehmen?
Rezeptfreie Packungen sind für einige wenige Tage Selbstbehandlung gedacht. Halten die Beschwerden an oder kehren sie rasch zurück, gehört die Ursache abgeklärt, statt die Einnahme zu verlängern, weil Risiken für Magen, Nieren, Blutdruck und Herz mit der Dauer steigen. Bei Vorerkrankungen, ab höherem Lebensalter oder unter Blutverdünnung ist die Grenze noch enger und die ärztliche Abwägung notwendig.
Was hilft bei Migräne?
Im leichten bis mittelschweren Anfall meist ein ausreichend dosiertes NSAR oder Acetylsalicylsäure, oft zusammen mit einem Mittel gegen Übelkeit. Reicht das nicht, kommen Triptane infrage, die überwiegend verschreibungspflichtig sind, die früh im Anfall angewendet werden und bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht geeignet sind. Bei häufigen Anfällen kommt eine Vorbeugung dazu. Zu viele Einnahmetage pro Monat können selbst Kopfschmerzen unterhalten.
Welche Kombinationen sind riskant?
Zwei NSAR gleichzeitig, NSAR zusammen mit Kortison oder mit Blutverdünnern und NSAR zusammen mit SSRI-Antidepressiva erhöhen das Blutungsrisiko. Die Kombination aus NSAR, ACE-Hemmer oder Sartan und einem entwässernden Arzneimittel kann die Nierenfunktion rasch verschlechtern. Ibuprofen kann die schützende Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure abschwächen. Alkohol verstärkt die Belastung von Magen und Leber.
- BASG/AGES: Arzneispezialitätenregister mit den österreichischen Fach- und Gebrauchsinformationen
- Fachinformation Ibuprofen Genericon 600 mg forte Filmtabletten (BASG, Abschnitte 4.4 und 5.1)
- Fachinformation Mexalen 500 mg Tabletten (BASG, Abschnitt 5.1)
- Fachinformation Voltaren 50 mg Filmtabletten (BASG, Abschnitt 5.1)
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Überprüfung metamizolhaltiger Arzneimittel
- Richtlinie 2011/24/EU über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung