Seractil: rezeptpflichtig oder rezeptfrei?

Seractil ist in Österreich rezeptpflichtig: Alle fünf zugelassenen Präparate, die Filmtabletten mit 200, 300 und 400 mg (forte) und Seractil akut als Pulver mit 300 und 400 mg, gibt es laut Arzneispezialitätenregister nur gegen ärztliche Verschreibung. Der Wirkstoff Dexibuprofen ist die wirksame Form von Ibuprofen und gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR. Diese Seite erklärt Stärken, Dosierung, Nebenwirkungen und die Unterschiede zu Ibuprofen und Parkemed. Fachinformation und ärztliches Gespräch kann sie nicht ersetzen.

Ist Seractil rezeptpflichtig? Verschreibungspflicht nach Stärke

Ja. Seractil ist in Österreich rezeptpflichtig, gleichbedeutend mit verschreibungspflichtig: Alle fünf zugelassenen Seractil-Präparate werden laut Arzneispezialitätenregister des BASG nur gegen ärztliche Verschreibung abgegeben, auch Seractil forte 400 mg und Seractil akut. Ohne Rezept gibt es Seractil in keiner Stärke. Dexibuprofen greift in Magenschleimhaut, Nierendurchblutung und Blutgerinnung ein, und ob dieses Risiko vertretbar ist, hängt vom Alter, von Vorerkrankungen und von der übrigen Medikation ab. Genau das ist eine ärztliche Abwägung.

Rezeptfrei sind laut Register nur einige andere Dexibuprofen-Präparate mit 200 mg je Tablette; Seractil 200 mg gehört nicht dazu, und mit 400 mg ist Dexibuprofen in keinem Präparat rezeptfrei. Auch Ibuprofen ist je nach Präparat rezeptfrei oder rezeptpflichtig: Filmtabletten mit 600 oder 800 mg sind rezeptpflichtig, bei 200 und 400 mg gibt es rezeptfreie und rezeptpflichtige Präparate. Welches Mittel zu Ihren Vorerkrankungen passt und welches Sie wegen Magen, Niere oder gerinnungshemmender Medikation besser meiden, sagt Ihnen die Apothekerin oder der Apotheker im Beratungsgespräch.

Wie Sie über MEDINOW ein Rezept für Seractil anfragen, bei laufender wie bei neuer Behandlung, steht weiter unten. Was sich nur mit einer Untersuchung klären lässt, etwa eine Erstdiagnose, gehört in eine Ordination; ob das bei Ihnen der Fall ist, entscheidet der Arzt anhand Ihrer Angaben.

PräparatStärkeDarreichungsformRezeptpflicht
Seractil 200 mg200 mg DexibuprofenFilmtabletterezeptpflichtig
Seractil 300 mg300 mg DexibuprofenFilmtabletterezeptpflichtig
Seractil forte 400 mg400 mg DexibuprofenFilmtabletterezeptpflichtig
Seractil akut 300 mg300 mg DexibuprofenPulver im Beutel, als Suspension einzunehmenrezeptpflichtig
Seractil akut 400 mg400 mg DexibuprofenPulver im Beutel, als Suspension einzunehmenrezeptpflichtig

Wofür nimmt man Seractil?

Seractil wird zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt, an denen oft eine Entzündung beteiligt ist. Laut Fachinformation der Filmtabletten sind das Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose, Regelschmerzen sowie leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Schmerzen des Bewegungsapparats, Kopf- oder Zahnschmerzen und schmerzhafte Schwellungen nach Verletzungen; kurzzeitig auch bei rheumatoider Arthritis, wenn längerfristige Basistherapien nicht infrage kommen. Seractil akut ist nur bei Arthrose, Regelschmerzen und leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Schmerzen des Bewegungsapparats oder Zahnschmerzen zugelassen. Seractil 200 mg kann ab 8 Jahren angewendet werden, Seractil forte 400 mg erst bei Jugendlichen ab 12 Jahren; Seractil 300 mg ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet, und Seractil akut ist für Erwachsene bestimmt.

Wichtig für das Verständnis: Das Präparat behandelt das Symptom, nicht die Ursache. Ein entzündetes Gelenk schmerzt weniger, die zugrunde liegende Erkrankung bleibt bestehen. Deshalb gilt für diese Wirkstoffgruppe der Grundsatz, so niedrig dosiert und so kurz wie möglich zu behandeln und die Notwendigkeit regelmäßig zu überprüfen.

Schmerzen, die über Tage anhalten, stärker werden oder von Fieber, Gewichtsverlust, nächtlichem Schwitzen oder einer deutlichen Gelenkschwellung begleitet sind, gehören ärztlich abgeklärt, statt länger gedämpft zu werden. Wer wegen starker Schmerzen nicht arbeitsfähig ist, meldet sich in der Ordination; über einen Krankenstand entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt vor Ort.

Wirkstoff: Dexibuprofen

Der Wirkstoff von Seractil ist Dexibuprofen, auch S(+)-Ibuprofen genannt. Herkömmliches Ibuprofen ist ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Formen, und Dexibuprofen ist laut Fachinformation die pharmakologisch aktive davon. Es hemmt das Enzym Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandinen, jenen Botenstoffen, die Schmerz, Schwellung und Fieber vermitteln; außerdem hemmt es die Zusammenballung der Blutplättchen. In den in der Fachinformation beschriebenen Vergleichsstudien bei Arthrose, Regelschmerzen und Zahnschmerzen war Dexibuprofen mit der halben Milligrammmenge herkömmlichem Ibuprofen nicht unterlegen; das Risiko unerwünschter Wirkungen gilt als vergleichbar.

Ist Ibuprofen also das Gleiche wie Seractil? Nicht ganz: Die Wirkstoffe sind eng verwandt, die Milligrammangaben sind aber nicht austauschbar, und Seractil ist anders als manche Ibuprofen-Präparate in allen Stärken rezeptpflichtig. Gleichzeitig eingenommen werden beide nicht, weil die Kombination mehrerer NSAR laut Fachinformation zu vermeiden ist. Mehr zu Ibuprofen lesen Sie auf der Seite zu Ibuprofen.

Wie viel Seractil darf man am Tag nehmen?

Laut Fachinformation beträgt die maximale Einzeldosis 400 mg und die maximale Tagesdosis für Erwachsene 1200 mg Dexibuprofen. Innerhalb dieser Grenzen richtet sich die Dosis nach Anwendungsgebiet und Stärke der Beschwerden, wie die Tabelle zeigt. Seractil akut soll nicht länger als zwei Wochen angewendet werden. Welche Stärke, welche Tagesdosis und welche Behandlungsdauer für Sie gelten, legt der verordnende Arzt fest; verbindlich ist die Packungsbeilage des Präparats, das Sie tatsächlich erhalten haben.

Kinder von 8 bis 12 Jahren erhalten im Allgemeinen ein- bis dreimal täglich 100 mg, Jugendliche von 12 bis 18 Jahren ein- bis dreimal täglich 200 mg, mit 4 bis 6 Stunden Abstand. Bei leichter bis mäßiger Leber- oder Nierenfunktionsstörung beginnt die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis, bei schweren Formen darf Dexibuprofen nicht angewendet werden. Ältere Menschen brauchen keine spezielle Dosisanpassung, wegen der Magen-Darm-Risiken ist eine individuelle Reduktion aber zu erwägen.

Drei Regeln gelten unabhängig von der Stärke. Erstens: die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten nötigen Zeitraum. Zweitens: Die Filmtabletten können mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden; mit Nahrung ist das für den Magen meist schonender, der Wirkungseintritt kann sich dann aber verzögern. Drittens: nicht mit einem zweiten NSAR kombinieren, auch nicht mit einem rezeptfreien Schmerzmittel aus derselben Gruppe, weil sich die Risiken addieren, der Nutzen aber nicht.

Anwendungsgebiet bei ErwachsenenEmpfohlene TagesdosisVorübergehend bis
Arthrose und rheumatoide Arthritis600 bis 900 mg, auf bis zu drei Einzeldosen verteilt1200 mg bei akuten Beschwerden
Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhoe)600 bis 900 mg, auf bis zu drei Einzeldosen verteilt-
Leichte bis mäßig starke Schmerzen600 mg, auf bis zu drei Einzeldosen verteilt1200 mg, wenn eindeutig erforderlich, etwa nach einer Zahnentfernung

Wie schnell wirkt Seractil?

Eine feste Zeit bis zum Wirkungseintritt nennt die Fachinformation nicht. Die höchsten Wirkstoffspiegel im Blut werden etwa 2 Stunden nach der Einnahme erreicht, nach einer fettreichen Mahlzeit etwas später. Auch Seractil akut erreicht die höchsten Spiegel nach etwa 2 Stunden, und ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Zeitpunkt und dem Einsetzen der Schmerzlinderung ist laut Fachinformation weder für Ibuprofen noch für Dexibuprofen nachgewiesen. Wird Seractil mit oder kurz nach einer Mahlzeit eingenommen, kann die Wirkung bei manchen Menschen später einsetzen.

Bleibt die Wirkung aus oder brauchen Sie das Mittel länger als besprochen, ist das ein Grund für eine neuerliche Beurteilung und nicht für eine höhere Dosis auf eigene Faust: Mit steigender Dosis nimmt laut Fachinformation vor allem das Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt zu.

Macht Seractil müde?

Das kann vorkommen. Müdigkeit ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung, betrifft also 1 bis 10 von 100 Behandelten, ebenso Benommenheit, Kopfschmerzen und Schwindel; bei den Filmtabletten treten gelegentlich Schlaflosigkeit, Unruhe und verschwommenes Sehen auf, bei Seractil akut sind Schlaflosigkeit und Erregung als häufig eingestuft. Kommen Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit oder Sehstörungen vor, kann die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein. Das ist beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen zu beachten; bei Einzelgaben oder kurzzeitiger Anwendung sind laut Fachinformation im Allgemeinen keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Nebenwirkungen von Seractil

Wie alle NSAR belastet Dexibuprofen vor allem den Magen-Darm-Trakt. Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation der Filmtabletten Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen; häufig sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel und Müdigkeit. Die Fachinformation von Seractil akut stuft Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Durchfall und Erbrechen insgesamt als sehr häufig ein, Hautausschläge als gelegentlich. In Studien von etwa zwei Wochen hatten 8 bis 20 % der Behandelten meist leichte Magen-Darm-Beschwerden, bei kurzer oder nur gelegentlicher Anwendung deutlich seltener.

Ernst zu nehmen sind drei Bereiche. Erstens Magen und Darm: Geschwüre, Blutungen und Durchbrüche können auch ohne vorherige Warnzeichen auftreten; das Risiko steigt mit höherer Dosis, nach früheren Geschwüren, bei Alkoholismus und im höheren Lebensalter. Zweitens Herz und Kreislauf: Bei hohen Dosen von 1200 mg Dexibuprofen am Tag ist laut Fachinformation ein geringfügig erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall anzunehmen, ähnlich wie bei hoch dosiertem Ibuprofen. Drittens Niere und Leber, besonders bei Flüssigkeitsmangel oder vorbestehender Einschränkung.

Brechen Sie die Einnahme ab und suchen Sie ärztliche Hilfe bei schwarzem Stuhl oder Bluterbrechen, bei einem Hautausschlag mit Blasenbildung oder Schleimhautbefall, bei Atemnot oder einem Asthmaanfall, bei Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen sowie bei deutlich verringerter Harnmenge. Bei Atemnot oder Kreislaufproblemen wählen Sie den Notruf 144.

Seractil oder Parkemed?

Beide gehören zu den nichtsteroidalen Antirheumatika und sind in Österreich laut Arzneispezialitätenregister in allen Stärken rezeptpflichtig. Seractil enthält Dexibuprofen, Parkemed den Wirkstoff Mefenaminsäure. Die Anwendungsgebiete überschneiden sich, etwa bei Regelschmerzen und bei Schmerzen und Schwellungen nach Verletzungen. Parkemed 500 mg Filmtabletten sind laut Fachinformation ab 14 Jahren zugelassen, mit 500 bis höchstens 1500 mg Mefenaminsäure am Tag, eingenommen zu den Mahlzeiten.

Ein Unterschied liegt in den Gegenanzeigen: Die Fachinformation von Parkemed schließt die Anwendung bereits bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte, bei Herzinsuffizienz, bei Leberfunktionsstörungen und bei chronisch entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts aus; bei Seractil gilt das erst für schwere beziehungsweise aktive Formen. Welches Präparat passt, entscheidet der Arzt anhand Ihrer Vorgeschichte, und gleichzeitig eingenommen werden die beiden nicht.

Wechselwirkungen und Alkohol

Laut Fachinformation kann übermäßiger Alkoholkonsum die Nebenwirkungen von NSAR auf Magen und Darm verstärken, und Alkoholismus zählt zu den Umständen mit erhöhtem Risiko für Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt. Entscheidend ist laut Fachinformation das erhöhte Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt. Während der Behandlung ist Zurückhaltung daher sinnvoll.

Relevante Kombinationen sind außerdem: andere NSAR einschließlich Acetylsalicylsäure, Kortikosteroide, gerinnungshemmende Arzneimittel wie Warfarin, Thrombozytenaggregationshemmer, Antidepressiva vom SSRI-Typ, Entwässerungsmittel, ACE-Hemmer oder Sartane, Lithium, Methotrexat, Ciclosporin und Tacrolimus sowie Digoxin. NSAR zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen können vor allem bei älteren Menschen und bei Flüssigkeitsmangel zu akutem Nierenversagen führen, und Entwässerungsmittel wirken unter NSAR schwächer, während das Risiko eines Nierenversagens steigt. Wer niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zum Herzschutz nimmt, sollte wissen, dass Ibuprofen und verwandte Wirkstoffe bei regelmäßiger Einnahme deren gerinnungshemmende Wirkung abschwächen können.

Zeigen Sie in der Apotheke Ihre e-card und nennen Sie alle Präparate, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie und pflanzliche. In der e-Medikation sind die in Apotheken bezogenen Arzneimittel hinterlegt, was die Prüfung erleichtert.

Gegenanzeigen

Nicht angewendet werden darf Seractil laut Fachinformation bei Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, andere NSAR oder einen der sonstigen Bestandteile, insbesondere wenn früher nach Acetylsalicylsäure oder einem anderen NSAR Asthma, Bronchospasmen, Schnupfen, Nasenpolypen, Nesselsucht oder Schwellungen von Gesicht und Rachen aufgetreten sind. Weitere Gegenanzeigen sind Blutungen oder Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit NSAR, bestehende oder wiederholte Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Blutungen im Gehirn oder andere aktive Blutungen, ein aktiver Morbus Crohn oder eine aktive Colitis ulcerosa, eine schwere Herzinsuffizienz, eine schwere Einschränkung von Nieren- oder Leberfunktion sowie bei den Filmtabletten eine Schwangerschaft ab dem sechsten Monat.

Besondere Vorsicht ist geboten bei höherem Lebensalter, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in der Vorgeschichte, bei Asthma, allergischem Schnupfen, Nasenpolypen oder chronischer Lungenerkrankung, bei Bluthochdruck oder Herzschwäche, bei koronarer Herzkrankheit, Durchblutungsstörungen der Beine oder nach einem Schlaganfall, bei Lupus erythematodes, bei Blutgerinnungsstörungen und bei Flüssigkeitsmangel, etwa im Rahmen eines Infekts mit Erbrechen und Durchfall.

Bei den Filmtabletten gilt die Gegenanzeige ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat; die Fachinformation von Seractil akut nennt das letzte Schwangerschaftsdrittel und zusätzlich ungeklärte Blutbildungsstörungen sowie eine schwere Dehydratation, etwa durch Erbrechen oder Durchfall. Dazu mehr im entsprechenden Abschnitt. Vollständig und verbindlich ist nur die Aufstellung in der Fachinformation Ihres Präparats.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Seractil-Filmtabletten dürfen ab dem Beginn des sechsten Schwangerschaftsmonats nicht angewendet werden, Seractil akut laut seiner Fachinformation nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel. Im letzten Schwangerschaftsdrittel können NSAR beim ungeborenen Kind den vorzeitigen Verschluss eines wichtigen Blutgefäßes am Herzen und Nierenfunktionsstörungen verursachen, bei der Mutter die Blutungszeit verlängern und die Wehentätigkeit hemmen. Schon ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung über eine Nierenfunktionsstörung des Kindes die Fruchtwassermenge vermindern.

Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel soll Seractil laut Fachinformation nur verordnet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, und dann so niedrig dosiert und so kurz wie möglich. Wer schwanger ist oder eine Schwangerschaft vermutet, spricht vor der nächsten Einnahme mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

In der Stillzeit geht der Wirkstoff nur geringfügig in die Muttermilch über; bei niedriger Dosis und kurzer Behandlung kann laut Fachinformation weiter gestillt werden, bei längerer Anwendung oder höheren Dosen ist ein frühzeitiges Abstillen zu erwägen. Wichtig ist außerdem: NSAR können die Fruchtbarkeit vorübergehend beeinträchtigen und werden Frauen, die eine Schwangerschaft planen, nicht empfohlen. Bei unerfülltem Kinderwunsch gehört eine laufende Behandlung deshalb angesprochen.

Generikum und Originalpräparat

Seractil ist ein Markenname; der Wirkstoff heißt Dexibuprofen und wird auch von anderen Herstellern angeboten. Ein Präparat mit demselben Wirkstoff wird erst zugelassen, wenn es zeigt, dass der Wirkstoff ähnlich schnell und in ähnlicher Menge ins Blut gelangt wie beim Original. Der therapeutische Unterschied ist damit gering.

Unterschiede gibt es bei Hilfsstoffen, Tablettenform, Überzug, Teilbarkeit und Packungsgröße, sogar innerhalb der Marke: Seractil 200 mg und Seractil forte 400 mg lassen sich laut Fachinformation in gleiche Hälften teilen, Seractil 300 mg nicht. Für Menschen mit Unverträglichkeiten gegen bestimmte Hilfsstoffe ist das relevant, ebenso für alle, die eine Tablette teilen müssen. Wechselt das Aussehen Ihrer Packung, lesen Sie den beiliegenden Zettel erneut und werfen Sie den alten nicht ungelesen weg.

Ob in der Apotheke ein Präparat eines anderen Herstellers mit gleichem Wirkstoff abgegeben werden darf, richtet sich danach, wie das Rezept formuliert ist. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke nach, statt eigenmächtig zwischen Präparaten zu wechseln oder zwei ähnliche Packungen parallel zu verwenden.

Preis und Erstattung

Preise einzelner Medikamente nennen wir hier absichtlich nicht. Laienwerbung für rezeptpflichtige Arzneispezialitäten ist nach § 51 Abs. 1 Arzneimittelgesetz verboten, und wir verkaufen keine Arzneimittel, sondern ausschließlich die ärztliche Beurteilung.

Allgemein gilt: Wird ein Präparat auf Kassenrezept verordnet und ist es im Erstattungskodex der Sozialversicherung gelistet, zahlen Sie in der Apotheke die gesetzliche Rezeptgebühr je Packung. Ihre Höhe wird jeweils mit Jänner angepasst. Ist die vom Einkommen abhängige Obergrenze erreicht oder sind die Bedingungen erfüllt, lässt sich bei der ÖGK oder dem jeweiligen Träger eine Befreiung beantragen. Für manche Präparate ist vor der Abgabe eine Bewilligung der Sozialversicherung nötig. Bei einem Privatrezept, also auch bei einem Rezept aus einem anderen EU-Land, zahlen Sie den ganzen Apothekenpreis aus eigener Tasche.

Unsere eigene Leistung ist davon getrennt: Mit dem Honorar zahlen Sie für die ärztliche Prüfung, weder ein bestimmtes Dokument noch das Arzneimittel sind darin enthalten. Wann wir es erstatten, steht im nächsten Abschnitt.

Rezept online anfragen

Am einfachsten ist es, wenn Seractil bereits ärztlich verordnet wurde, die Diagnose feststeht und die Behandlung ohne Probleme läuft: Dann fordern Sie über unser Formular ein Rezept an. Wenn Sie Seractil bisher nicht einnehmen, beschreiben Sie im Fragebogen Ihre Beschwerden oder Ihre Diagnose; der Arzt entscheidet, ob ein Behandlungsbeginn ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist, und kann Befunde anfordern oder Ihnen eine Ordination empfehlen. Sie beschreiben Präparat, Stärke, bisherige Dauer, Ihre Vorerkrankungen und Ihre übrigen Arzneimittel und laden vorhandene Unterlagen hoch. Die Beurteilung übernimmt lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301. Es gibt kein Video, kein Telefonat und keinen Live-Chat; beurteilt wird ausschließlich anhand Ihrer Angaben und Unterlagen.

Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Der Arzt kann Rückfragen stellen, Unterlagen anfordern oder ablehnen, etwa bei Magenbeschwerden unter der bisherigen Behandlung, bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei gerinnungshemmender Medikation oder wenn eine Untersuchung vor Ort nötig ist. Eine dauerhafte NSAR-Behandlung ohne ärztliche Kontrolle unterstützen wir nicht. Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein PDF per E-Mail, mit dem Sie in eine Apotheke gehen; ob die Apotheke das Rezept einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. In Österreich gilt eine solche Verordnung als Privatrezept, die Kosten des Arzneimittels tragen Sie also selbst. Arzneimittel versenden wir nicht: Die Abgabe von Arzneimitteln im Fernabsatz ist nach § 59 Abs. 8 Arzneimittelgesetz verboten, Ausnahmen gibt es nur für nicht rezeptpflichtige Arzneispezialitäten.

Bezahlt wird die ärztliche Prüfung Ihrer Angaben, ein bestimmtes Dokument ist damit nicht garantiert. Entscheidet sich der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen dagegen, zahlen wir das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage samt Erinnerung, und auf Wunsch verlängern wir diese Frist. Kann die Prüfung trotzdem nicht zu Ende geführt werden, beenden wir die Anfrage und zahlen das gesamte Honorar zurück.

Gebrauchsinformation und Fachinformation

Maßgeblich bleiben die Packungsbeilage und die aktuelle Fachinformation des Herstellers. Dort stehen die vollständige Liste der Nebenwirkungen mit ihren offiziellen Häufigkeitskategorien, alle Gegenanzeigen, die genauen Dosierungen je Anwendungsgebiet und die Hinweise zu Leber- und Nierenfunktion. Weil Dexibuprofen von mehreren Herstellern angeboten wird, unterscheiden sich Hilfsstoffe und Packungsgrößen; lesen Sie den Zettel des Präparats, das Sie tatsächlich erhalten haben, und nicht den einer früheren Packung.

Die für Österreich genehmigten Texte stehen im Arzneispezialitätenregister von AGES und BASG. Dort lässt sich ein Verdacht auf Nebenwirkungen auch direkt melden.

Was hier steht, ist allgemeine Information und keine persönliche Beratung. Sie ersetzt weder Untersuchung noch Diagnose. Bei neuen, starken oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, außerhalb der Ordinationszeiten an den Ärztenotdienst unter 141. Bei Bluterbrechen, schwarzem Stuhl, Atemnot oder Kreislaufproblemen wählen Sie 144 oder fahren in das nächste Spital.

Medizinisch geprüft von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o.

Ist Seractil in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Alle Seractil-Präparate, auch Seractil forte 400 mg und Seractil akut, sind laut Arzneispezialitätenregister verschreibungspflichtig und werden in der Apotheke nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben. Rezeptfrei sind nur einige andere Dexibuprofen-Präparate mit 200 mg.

Gibt es Seractil forte ohne Rezept?

Nein. Seractil forte 400 mg ist in Österreich rezeptpflichtig, ebenso Seractil akut 400 mg, und kein Präparat mit 400 mg Dexibuprofen ist laut Register rezeptfrei. Sie brauchen dafür eine ärztliche Verordnung.

Ist Ibuprofen das Gleiche wie Seractil?

Nicht ganz. Seractil enthält Dexibuprofen, die pharmakologisch aktive Form von Ibuprofen, die in Vergleichsstudien schon in halber Milligrammmenge herkömmlichem Ibuprofen nicht unterlegen war. Die Dosierungen sind daher nicht austauschbar, und beide werden nicht gleichzeitig eingenommen.

Wie schnell wirkt Seractil?

Eine feste Zeit nennt die Fachinformation nicht: Die höchsten Wirkstoffspiegel im Blut werden etwa 2 Stunden nach der Einnahme erreicht, und mit oder kurz nach dem Essen kann die Wirkung später einsetzen. Bleibt sie aus, ist das ein Grund für eine neuerliche ärztliche Beurteilung, nicht für eine höhere Dosis.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Sehr häufig sind laut Fachinformation der Filmtabletten Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen, häufig Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel und Müdigkeit; bei Seractil akut gelten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen insgesamt als sehr häufig. Bei schwarzem Stuhl, Bluterbrechen, Atemnot oder Hautausschlag mit Blasen brechen Sie die Einnahme ab und holen ärztlichen Rat ein.

Darf man während der Behandlung Alkohol trinken?

Besser nicht. Laut Fachinformation kann übermäßiger Alkoholkonsum die Magen-Darm-Nebenwirkungen von NSAR verstärken, und Alkoholismus erhöht das Risiko für Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Wer regelmäßig Alkohol trinkt und dauerhaft ein NSAR benötigt, sollte das in der Ordination ansprechen.

Wie bekomme ich ein Rezept online?

Über unser Formular, am einfachsten, wenn die Diagnose bereits gestellt ist und die Behandlung läuft; bei neuen Beschwerden entscheidet der Arzt, ob ein Behandlungsbeginn ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist. Sie schildern Präparat, Stärke, Vorerkrankungen und Begleitmedikation, der Arzt beurteilt die Angaben und kann Rückfragen stellen oder ablehnen. Bei positiver Beurteilung erhalten Sie ein PDF per E-Mail, mit dem Sie in eine Apotheke gehen; das Honorar deckt die Beurteilung, nicht das Arzneimittel.