Parkemed mit Mefenaminsäure: Anwendung und Rezeptpflicht

Parkemed enthält den entzündungshemmenden Schmerzwirkstoff Mefenaminsäure und ist in Österreich in allen Darreichungsformen rezeptpflichtig. Angewendet wird es unter anderem bei Regelschmerzen, rheumatischen Schmerzen und Schmerzen nach Verletzungen. Diese Seite fasst zusammen, was die österreichische Fachinformation zu Dosis, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen festhält, worin sich Parkemed von Seractil unterscheidet und wie ein Rezept angefragt werden kann.

Ist Parkemed 500 rezeptfrei?

Nein. Im Arzneispezialitätenregister des BASG sind alle vier Parkemed-Präparate als rezeptpflichtig eingetragen: die Filmtabletten mit 500 mg, die Kapseln mit 250 mg und die Zäpfchen mit 125 und 500 mg. Dasselbe gilt für ParkAkut 500 mg Filmtabletten, ein weiteres Präparat mit Mefenaminsäure. Eine rezeptfreie Variante mit diesem Wirkstoff ist in Österreich nicht registriert; die Fachinformation vermerkt ausdrücklich rezept- und apothekenpflichtig.

Zulassungsinhaber der Parkemed-Präparate ist Pfizer Corporation Austria. Die Filmtabletten gibt es laut Fachinformation in Packungen zu 10, 30 und 50 Stück. Einen Überblick, welche Schmerzmittel in Österreich ohne Rezept erhältlich sind und welche nicht, gibt die Seite Schmerzmittel mit und ohne Rezept.

Wofür Parkemed angewendet wird

Mefenaminsäure gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) aus der Gruppe der Fenamate. Sie hemmt die Bildung von Prostaglandinen und wirkt dadurch schmerzlindernd, deutlich entzündungshemmend und fiebersenkend. Die Fachinformation der Filmtabletten nennt als Anwendungsgebiete die symptomatische Behandlung leichter bis mittelschwerer Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen, bei Muskelschmerzen und Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, bei Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen oder Operationen sowie bei primären Regelschmerzen. Zahnschmerzen sind dort nicht als eigenes Anwendungsgebiet aufgeführt.

Welche Darreichungsform für wen vorgesehen ist, legen die jeweiligen Fachinformationen fest:

PräparatVorgesehen für (laut Fachinformation)
Parkemed 500 mg FilmtablettenErwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Parkemed 500 mg ZäpfchenErwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Parkemed 250 mg KapselnErwachsene, Jugendliche und Kinder ab 10 Jahren
Parkemed 125 mg ZäpfchenKleinkinder und Kinder von 6 Monaten bis 8 Jahren

Parkemed bei Regelschmerzen

Bei primären Regelschmerzen, also Schmerzen ohne zugrunde liegende Erkrankung, wird Parkemed laut Fachinformation mit dem Einsetzen der Schmerzen eingenommen. Für Jugendliche unter 16 Jahren fehlt für diese Anwendung die Erfahrung.

Das Gesundheitsportal beschreibt NSAR als Möglichkeit, Regelschmerzen und Krämpfe zu lindern, weil sie die Bildung der Prostaglandine bremsen, die in der Gebärmutterschleimhaut entstehen. Es betont aber auch: Wer wegen Regelschmerzen regelmäßig Schmerzmittel braucht, sollte das fachärztlich abklären lassen. Das gilt besonders, wenn Regelschmerzen neu auftreten, die früher nicht bestanden haben; betroffen sind meist Frauen über 25, und dahinter kann eine sekundäre Dysmenorrhoe stecken, etwa durch Endometriose oder Myome. Die erste Adresse ist in diesem Fall eine gynäkologische Ordination.

Bei Kinderwunsch ist Zurückhaltung angebracht. Mefenaminsäure kann über einen Einfluss auf den Eisprung die Fruchtbarkeit vorübergehend beeinträchtigen; die Fachinformation empfiehlt sie deshalb nicht für Frauen, die schwanger werden möchten, und rät bei Schwierigkeiten mit dem Schwangerwerden, ein Absetzen zu erwägen.

Dosierung laut Fachinformation

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen je nach Schweregrad 500 mg bis höchstens 1500 mg Mefenaminsäure pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einzelgaben. Mit den 500-mg-Filmtabletten sind das eine bis drei Tabletten täglich; die Tagesdosis soll nicht überschritten werden. Die Filmtabletten werden unzerkaut mit Flüssigkeit zu den Mahlzeiten eingenommen. Grundsatz der Fachinformation ist die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum, der für die Beschwerdefreiheit nötig ist.

Für Kinder gibt es eigene Darreichungsformen. Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche bis 14 Jahre erhalten laut Fachinformation der Kapseln je nach Körpergewicht 250 mg bis höchstens 1000 mg pro Tag, und das nicht länger als 7 Tage, außer bei der Behandlung des Morbus Still.

Eine eingeschränkte Nierenfunktion, eine Nierenerkrankung in der Vorgeschichte und Leberfunktionsstörungen schließen die Anwendung laut Fachinformation aus; für ältere Menschen gelten ihre Vorsichtshinweise. Bei längerer Einnahme sind regelmäßige Kontrollen von Blutbild und Nierenfunktion vorgesehen.

Parkemed oder Seractil: der Unterschied

Beide Präparate sind rezeptpflichtige NSAR, enthalten aber verschiedene Wirkstoffe. Seractil enthält Dexibuprofen, die pharmakologisch aktive Form von Ibuprofen. Gleichzeitig genommen werden sie nicht: Die Fachinformation von Parkemed rät von der Kombination mit anderen NSAR ab, weil Nebenwirkungen häufiger werden können. Welches Präparat geeignet ist, hängt von Vorerkrankungen, bisheriger Verträglichkeit und Begleitmedikation ab. Mehr zu Seractil.

MerkmalParkemedSeractil
WirkstoffMefenaminsäureDexibuprofen
Gruppe laut FachinformationNSAR, FenamateNSAR, Propionsäurederivate
Filmtabletten500 mg200 mg, 300 mg, 400 mg (forte)
Höchste Tagesdosis für Erwachsene1500 mg1200 mg, höchstens 400 mg pro Einzelgabe
Einnahmezu den Mahlzeitenmit oder ohne Mahlzeit
Primäre Regelschmerzen als Anwendungsgebietjaja
Filmtabletten zugelassen ab14 Jahren8 Jahren (300 mg nicht für Kinder und Jugendliche)
Rezeptpflicht in Österreichjaja

Wer Parkemed nicht nehmen darf

Besondere Vorsicht verlangt die Fachinformation bei Bluthochdruck, bei bestehender Herz- oder Gefäßerkrankung und bei Risikofaktoren wie Diabetes, erhöhten Blutfetten oder Rauchen, außerdem bei Flüssigkeitsmangel, Epilepsie und im höheren Alter. Ausgeschlossen ist Parkemed bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Mefenaminsäure oder einen sonstigen Bestandteil
  • Asthma, Nesselausschlag oder allergischem Schnupfen nach Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR
  • erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagischer Diathese) und Störungen der Blutbildung
  • aktiven Geschwüren oder chronischen Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, auch wenn sie früher bestanden haben
  • Nierenerkrankung in der Vorgeschichte oder eingeschränkter Nierenfunktion
  • Herzschwäche und Leberfunktionsstörungen
  • Schmerzen nach einer Bypass-Operation am Herzen
  • Schwangerschaft im letzten Drittel

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Vor jeder Verordnung zählt die vollständige Liste Ihrer Arzneimittel. Laut Fachinformation sind diese Kombinationen relevant:

  • andere NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac: nicht empfohlen, Nebenwirkungen werden häufiger, besonders Geschwüre und Blutungen
  • niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zum Herzschutz: deren gerinnungshemmende Wirkung kann abgeschwächt werden
  • Blutverdünner: Warfarin wirkt stärker, der Gerinnungswert wird kontrolliert; auch Apixaban, Dabigatran oder Rivaroxaban erhöhen das Blutungsrisiko
  • Kortison, Thrombozytenaggregationshemmer und SSRI-Antidepressiva: höheres Risiko für Magen-Darm-Blutungen
  • ACE-Hemmer, Sartane und entwässernde Mittel: Risiko einer Nierenschädigung, außerdem schwächere Blutdrucksenkung, ebenso bei Betablockern
  • Lithium und Methotrexat: höhere Spiegel beziehungsweise stärkere Giftigkeit; Ciclosporin und Tacrolimus: höheres Risiko für Nierenschäden
  • orale Antidiabetika: die Blutzuckersenkung kann verstärkt werden
  • Chinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin: das Krampfrisiko kann steigen

Nebenwirkungen: worauf Sie achten sollten

Am häufigsten betreffen Nebenwirkungen den Verdauungstrakt. Ein dosisabhängiger Durchfall ist häufig; die Fachinformation sieht dann eine niedrigere Dosis vor, bei anhaltendem Durchfall auch eine Unterbrechung. Daneben werden Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Bauchschmerzen beschrieben, gelegentlich Sodbrennen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Darmentzündungen und Magen-Darm-Geschwüre mit oder ohne Blutung. Häufig ist außerdem eine Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), gelegentlich Benommenheit.

Brechen Sie die Einnahme ab und holen Sie ärztliche Hilfe, wenn schwarzer Teerstuhl, Bluterbrechen oder starke Bauchschmerzen auftreten, wenn ein Hautausschlag oder Veränderungen an den Schleimhäuten entstehen oder wenn sich eine Gelbsucht zeigt. Schwere Hautreaktionen traten meist im ersten Behandlungsmonat auf. Wer einmal ein fixes Arzneimittelexanthem durch Mefenaminsäure hatte, soll das Präparat nicht wieder einnehmen. Selten sind Sehstörungen bis zu einem vorübergehenden Verlust des Farbensehens, Krampfanfälle, Asthma oder eine Herzschwäche.

Eine Überdosierung kann Krampfanfälle, akutes Nierenversagen und Bewusstlosigkeit auslösen und hat bereits zu Todesfällen geführt. Bei Verdacht rufen Sie die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 an, bei Bewusstseinsstörung die Rettung unter 144.

Schwangerschaft und Stillzeit

Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel wird Mefenaminsäure laut Fachinformation nicht empfohlen; ist ein NSAR unbedingt nötig, dann so niedrig und so kurz wie möglich. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung über eine Nierenfunktionsstörung des Ungeborenen zu einer verminderten Fruchtwassermenge führen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist Parkemed kontraindiziert. In der Stillzeit soll es nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Rezept für Parkemed online anfragen

Eine Anfrage passt, wenn Ihnen Parkemed schon einmal verordnet wurde und Sie es vertragen haben, etwa bei bekannten primären Regelschmerzen. Im Fragebogen nennen Sie Präparat und Stärke, wofür Sie es brauchen, Vorerkrankungen von Magen, Darm, Nieren, Leber und Herz, einen aktuellen Blutdruckwert, eine mögliche Schwangerschaft und alle weiteren Arzneimittel. Neue, starke oder ungeklärte Schmerzen gehören in eine Ordination.

Der Arzt ist in Polen approbiert und nicht in Österreich niedergelassen. Er prüft die Angaben schriftlich, ohne Video, Telefonat oder Live-Chat, und kann Unterlagen nachfordern, eine Untersuchung vor Ort empfehlen oder ablehnen. Bei positiver Beurteilung kommt ein Privatrezept als PDF per E-Mail, dessen Anerkennung sich auf Artikel 11 der Richtlinie 2011/24/EU stützt. Über die Abgabe entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker; den Ausdruck legen Sie innerhalb eines Monats vor, und das Arzneimittel bezahlen Sie selbst. Ob ein bestimmtes Präparat gerade eingeschränkt lieferbar ist, zeigt das Register der Vertriebseinschränkungen des BASG.

Das Honorar gilt der ärztlichen Prüfung und ist keine Bezahlung für ein bestimmtes Dokument. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen wird es erstattet. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen mindestens 7 Tage samt Erinnerung, auf Wunsch auch länger; lässt sich die Beurteilung trotzdem nicht abschließen, schließen wir die Anfrage und erstatten das Honorar vollständig. Zur Anfrage.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Eine ärztliche Einschätzung Ihrer persönlichen Situation kann dieser Beitrag nicht ersetzen.

Ist Parkemed 500 in Österreich rezeptfrei?

Nein. Alle Parkemed-Präparate sind laut Arzneispezialitätenregister rezeptpflichtig, ebenso ParkAkut 500 mg mit demselben Wirkstoff. Abgegeben wird Mefenaminsäure in der Apotheke gegen ärztliche Verordnung.

Wie viele Parkemed 500 darf man am Tag nehmen?

Laut Fachinformation nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren 500 bis höchstens 1500 mg pro Tag, verteilt auf mehrere Einzelgaben, also höchstens drei Filmtabletten zu 500 mg. Wie viel und wie lange, legt der Arzt fest; Ziel ist die niedrigste wirksame Dosis für möglichst kurze Zeit.

Hilft Parkemed bei Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen sind in der österreichischen Fachinformation von Parkemed kein eigenes Anwendungsgebiet. Genannt werden unter anderem Schmerzen und Schwellungen nach Verletzungen oder Operationen. Bei Zahnschmerzen ist eine zahnärztliche Ordination die richtige Anlaufstelle, weil die Ursache behandelt werden muss.

Kann man Parkemed und Ibuprofen zusammen nehmen?

Davon rät die Fachinformation ab. Zwei NSAR gleichzeitig machen Nebenwirkungen wahrscheinlicher, vor allem Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen. Das gilt ebenso für Diclofenac oder Seractil. Bevor Sie ein weiteres Schmerzmittel dazunehmen, fragen Sie in der Apotheke nach.

Darf man Parkemed bei Kinderwunsch nehmen?

Die Fachinformation empfiehlt Mefenaminsäure nicht für Frauen, die schwanger werden möchten, weil sie über den Eisprung die Fruchtbarkeit vorübergehend beeinträchtigen kann. Nach dem Absetzen bildet sich dieser Effekt zurück. In der Schwangerschaft gelten zusätzliche Einschränkungen, im letzten Drittel ist Parkemed kontraindiziert.

Was tun bei Durchfall unter Parkemed?

Dosisabhängiger Durchfall ist eine häufige Nebenwirkung. Die Fachinformation sieht dann eine niedrigere Dosis vor, bei anhaltendem Durchfall eine Unterbrechung; besprechen Sie das mit Arzt oder Apotheke. Ist der Stuhl schwarz oder blutig oder kommen starke Bauchschmerzen dazu, beenden Sie die Einnahme und suchen Sie dringend ärztliche Hilfe.