Diclofenac: Tabletten, Gel und Pflaster in Österreich

Diclofenac ist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR. In Österreich hängt die Rezeptpflicht von der Darreichungsform ab: Alle Tabletten, Kapseln und Zäpfchen sowie alle Präparate unter dem Namen Voltaren sind rezeptpflichtig, mehrere Schmerzgele und alle Pflaster dagegen nicht. Diese Seite zeigt die Unterschiede, die Dosierung laut Fachinformation und die Risiken für Herz, Kreislauf und Magen.

Wie Diclofenac wirkt und wofür es zugelassen ist

Diclofenac hemmt wie andere NSAR die Bildung von Prostaglandinen, die an Schmerz, Entzündung und Schwellung beteiligt sind. Die Fachinformation der Voltaren 50 mg Filmtabletten nennt als Anwendungsgebiete unter anderem schmerzhafte entzündliche und degenerative rheumatische Erkrankungen wie Arthrosen, entzündliche Schwellungen nach Verstauchungen oder Operationen, akute Gichtanfälle, Schmerzen, die von der Wirbelsäule ausgehen, und primäre Regelschmerzen. Fieber allein ist ausdrücklich keine Anwendung.

Das Gesundheitsportal nennt Diclofenac neben Ibuprofen und Naproxen als Möglichkeit bei starken Regelschmerzen und rät zugleich, bei regelmäßigem Bedarf an Schmerzmitteln die Ursache fachärztlich abklären zu lassen. Einen Überblick über Schmerzmittel mit und ohne Rezept finden Sie auf der Seite Schmerzmittel mit und ohne Rezept.

Welche Diclofenac-Präparate rezeptfrei sind

Die Rezeptpflicht wird in Österreich für jedes Präparat festgelegt, nicht pauschal für den Wirkstoff. Das Arzneispezialitätenregister des BASG zeigt für Diclofenac ein klares Muster: Alles zum Einnehmen ist rezeptpflichtig, bei Gelen entscheidet das jeweilige Präparat. Unter dem Namen Voltaren sind in Österreich ausschließlich rezeptpflichtige Präparate eingetragen. Die rezeptfreien Schmerzgele und Pflaster tragen andere Namen, etwa Voltadol.

DarreichungsformRezeptpflicht laut RegisterBeispiele
Filmtabletten, Retardtabletten, Dragees, Kapselnrezeptpflichtig, alle PräparateVoltaren 50 mg, Voltaren retard 100 mg, Voltaren rapid 50 mg, Deflamat, Diclobene
ZäpfchenrezeptpflichtigVoltaren 50 mg und 100 mg Zäpfchen für Erwachsene
Injektionslösungen und AugentropfenrezeptpflichtigVoltaren 75 mg/3 ml Injektionslösung, Voltaren Ophtha
Schmerzgeleje nach Präparatrezeptfrei etwa Voltadol Schmerzgel, Voltadol Forte Schmerzgel, DicloAkut; rezeptpflichtig etwa Deflamat 2 %, Diclobene Gel
Gele mit 3 % DiclofenacrezeptpflichtigSolaraze und weitere, gegen aktinische Keratosen
Wirkstoffhaltige PflasterrezeptfreiFlector EP, Voltadol 24 Stunden Schmerzpflaster, Mobiflex akut
Spray zur Anwendung in der Mundhöhlerezeptfreiein Präparat eingetragen

Dosierung von Diclofenac-Tabletten

Für die Voltaren 50 mg Filmtabletten nennt die Fachinformation bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren eine Anfangsdosis von 100 bis 150 mg pro Tag, in leichteren Fällen und bei Jugendlichen in der Regel 50 bis 100 mg, verteilt auf zwei bis drei Einzelgaben. Bei primären Regelschmerzen liegt die Tagesdosis zwischen 50 und 150 mg, anfangs 50 bis 100 mg ab den ersten Beschwerden. Als höchste Gesamttagesdosis nennt sie 150 mg, auch wenn die Tabletten abends durch ein Zäpfchen ergänzt werden. Die Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, vorzugsweise vor den Mahlzeiten, und weder geteilt noch gekaut. Für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ist diese Stärke nicht geeignet.

Voltaren rapid 50 mg Dragees enthalten Diclofenac-Kalium und sind für eine Kurzzeitbehandlung von höchstens 2 Wochen vorgesehen. Bei einer beginnenden Migräneattacke beträgt die Anfangsdosis 50 mg, nach 2 Stunden ohne ausreichende Wirkung weitere 50 mg; falls nötig folgen weitere 50 mg im Abstand von 4 bis 6 Stunden, insgesamt bis 150 mg pro Tag; bei Jugendlichen unter 18 Jahren wurde diese Anwendung nicht untersucht.

Grundsatz ist die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum. Laut Fachinformation soll regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist, besonders wenn sie länger als 4 Wochen dauert.

Diclofenac-Gel: rezeptfrei, aber mit Grenzen

Für das rezeptfreie Voltadol Schmerzgel nennt die Fachinformation Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren und zwei Anwendungsgebiete: Schmerzen durch Muskelverspannungen, auch bei Hexenschuss, sowie Schmerzen und Schwellungen nach stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen. Aufgetragen werden drei- bis viermal täglich 2 bis 4 g, eine kirsch- bis walnussgroße Menge für eine Fläche von etwa 400 bis 800 cm². Ohne ärztlichen Rat wird das Gel nicht länger als 14 Tage verwendet; bessert sich der Zustand nach 7 Tagen nicht oder wird er schlechter, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt.

Auch ein Gel hat Gegenanzeigen: nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel, nicht auf der Brust stillender Mütter, nicht bei Kindern unter 14 Jahren und nicht bei Menschen, bei denen NSAR Asthma, Schwellungen oder Nesselausschlag auslösen. Für rezeptfreie Gele und Pflaster brauchen Sie kein Rezept; hier ist die Beratung in der Apotheke der passende Weg. Gele mit 3 % Diclofenac wie Solaraze sind dagegen ein eigenes, rezeptpflichtiges Präparat zur Behandlung aktinischer Keratosen, also von Hautveränderungen durch Sonnenschäden, und kein Schmerzgel.

Herz, Kreislauf und Magen: die wichtigsten Risiken

Klinische Studien und epidemiologische Daten weisen laut Fachinformation übereinstimmend auf ein erhöhtes Risiko für arterielle Gefäßverschlüsse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hin, besonders bei einer hohen Dosis von 150 mg täglich und bei Langzeitanwendung. Eine bekannte Herzschwäche ab NYHA II, eine koronare Herzkrankheit, die periphere arterielle Verschlusskrankheit und Erkrankungen der Hirngefäße schließen Diclofenac deshalb aus. Bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen ist eine sorgfältige Abwägung nötig. Brustschmerz, Atemnot, Schwäche oder undeutliches Sprechen unter der Einnahme sind ein Fall für den Notruf 144.

Magen-Darm-Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche können zu jedem Zeitpunkt auftreten, auch ohne vorherige Warnzeichen. Das Risiko steigt mit der Dosis, im Alter und nach früheren Geschwüren. Für diese Gruppen und bei gleichzeitiger Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure soll ein Magenschutz, etwa ein Protonenpumpenhemmer, erwogen werden. Teerstuhl, Bluterbrechen oder starke Bauchschmerzen führen zum Abbruch der Einnahme und zur ärztlichen Abklärung.

Weil Leberwerte ansteigen können, sind bei längerer Behandlung Kontrollen der Leberfunktion vorgesehen, bei Risikopatienten auch der Nierenfunktion. Diclofenac kann außerdem die Zeichen einer Infektion wie Fieber und Schmerzen verschleiern.

Gegenanzeigen der Tabletten

Zusätzlich zu den genannten Herz- und Gefäßerkrankungen führt die Fachinformation der Voltaren 50 mg Filmtabletten diese Gegenanzeigen an:

  • Überempfindlichkeit gegen Diclofenac oder einen sonstigen Bestandteil
  • Asthma, Schwellungen, Hautreaktionen oder Schnupfen nach Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR
  • Blutbildungsstörungen, Porphyrie und erhöhte Blutungsneigung
  • aktive oder wiederkehrende Magen-Darm-Geschwüre oder Blutungen sowie Blutungen oder Durchbrüche nach einer früheren NSAR-Behandlung
  • Hirnblutung und andere akute starke Blutungen
  • schwere Leber- oder Niereninsuffizienz
  • letztes Schwangerschaftsdrittel und Stillzeit
  • Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, weil diese Stärke keine Dosierung nach Körpergewicht erlaubt

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Laut Fachinformation sind unter anderem diese Kombinationen zu beachten:

  • andere NSAR wie Ibuprofen oder Parkemed sowie Kortison: mehr Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, die Kombination mit einem weiteren NSAR wird vermieden
  • Blutverdünner, Thrombozytenaggregationshemmer und SSRI-Antidepressiva: höheres Blutungsrisiko
  • Blutdruckmittel und entwässernde Mittel: schwächere Blutdrucksenkung und Risiko für die Nieren, daher Kontrollen von Blutdruck und Nierenfunktion
  • kaliumsparende Diuretika, Ciclosporin, Tacrolimus oder Trimethoprim: erhöhte Kaliumwerte möglich
  • Lithium, Digoxin und Phenytoin: höhere Spiegel im Blut, Kontrollen empfohlen
  • Methotrexat: Vorsicht, wenn Diclofenac weniger als 24 Stunden davor oder danach genommen wird
  • Antidiabetika: Blutzuckerkontrollen; mit Metformin wurde vereinzelt eine Übersäuerung des Blutes berichtet, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion
  • Colestipol und Cholestyramin: Diclofenac mindestens 1 Stunde davor oder 4 bis 6 Stunden danach einnehmen

Nebenwirkungen

Sehr häufig, also bei mindestens einem von zehn Behandelten, nennt die Fachinformation Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und geringfügige Blutverluste. Häufig sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen und Blähungen, Appetitlosigkeit, Hautausschlag und ein Anstieg der Leberwerte. Gelegentlich treten Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzklopfen, Wassereinlagerungen, eine Leberentzündung und Sehstörungen auf.

Sehr selten, aber wichtig sind Störungen der Blutbildung. Erste Anzeichen können Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen sein; dann ist rasch eine ärztliche Abklärung nötig. Bei Hautausschlag, Schleimhautveränderungen oder anderen Zeichen einer Überempfindlichkeit wird die Einnahme beendet, schwere Hautreaktionen traten meist im ersten Behandlungsmonat auf. Wer unter Diclofenac Sehstörungen, Schwindel oder Schläfrigkeit bemerkt, lenkt kein Fahrzeug und bedient keine Maschinen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel wird Diclofenac nur gegeben, wenn es unbedingt notwendig ist, und dann so niedrig und so kurz wie möglich. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es die Fruchtwassermenge verringern, im letzten Drittel ist es kontraindiziert. In der Stillzeit darf Diclofenac nicht angewendet werden. Frauen, die schwanger werden möchten, wird es nicht empfohlen, weil es die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.

Rezept für Diclofenac-Tabletten anfragen

Sinnvoll ist eine Anfrage, wenn Ihnen ein Diclofenac-Präparat zum Einnehmen bereits verordnet wurde, Sie es vertragen haben und die Ursache Ihrer Beschwerden bekannt ist. Im Fragebogen nennen Sie Präparat und Stärke, den Grund und die bisherige Dauer der Einnahme, Vorerkrankungen von Herz, Gefäßen, Magen, Leber und Nieren, einen aktuellen Blutdruckwert und alle weiteren Arzneimittel. Neue, starke Schmerzen und Beschwerden mit Fieber gehören in eine Ordination.

Ein in Polen approbierter Arzt, der nicht in Österreich niedergelassen ist, beurteilt die Angaben schriftlich; Video, Telefonat oder Live-Chat gibt es nicht. Er kann Unterlagen anfordern, eine Untersuchung empfehlen oder ablehnen. Ist die Beurteilung positiv, bekommen Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail; die Anerkennung beruht auf Artikel 11 der Richtlinie 2011/24/EU, und über die Abgabe entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker. Legen Sie den Ausdruck innerhalb eines Monats vor; das Arzneimittel zahlen Sie selbst, versendet wird es nicht. Einzelne Präparate können zeitweise eingeschränkt lieferbar sein, den aktuellen Stand führt das BASG in seinem Register der Vertriebseinschränkungen.

Das Honorar gilt der ärztlichen Beurteilung und nicht der Ausstellung eines Dokuments; bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen erhalten Sie es zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage samt Erinnerung, und auf Wunsch verlängern wir diese Frist. Kann die Prüfung trotzdem nicht zu Ende geführt werden, beenden wir die Anfrage und zahlen das gesamte Honorar zurück. Zur Anfrage.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Eine ärztliche Einschätzung Ihrer persönlichen Situation kann dieser Beitrag nicht ersetzen.

Sind Voltaren-Tabletten rezeptfrei?

Nein. Alle in Österreich registrierten Präparate unter dem Namen Voltaren sind rezeptpflichtig, auch Voltaren rapid und Voltaren retard. Das gilt für jedes Diclofenac-Präparat zum Einnehmen, unabhängig vom Hersteller.

Ist Voltaren Gel in Österreich rezeptfrei?

Ein Gel unter dem Namen Voltaren ist im österreichischen Register nicht eingetragen. Rezeptfreie Diclofenac-Gele heißen hier zum Beispiel Voltadol Schmerzgel oder DicloAkut. Andere Gele wie Deflamat 2 % oder Diclobene Gel sind rezeptpflichtig, ebenso die Gele mit 3 %.

Wie viel Diclofenac darf man pro Tag nehmen?

Für Erwachsene nennt die Fachinformation der Voltaren 50 mg Filmtabletten eine Anfangsdosis von 100 bis 150 mg täglich, in leichteren Fällen 50 bis 100 mg, verteilt auf zwei bis drei Einzelgaben; 150 mg pro Tag werden nicht überschritten. Das Risiko für Herz und Gefäße steigt laut Fachinformation mit Dosis und Dauer, besonders bei 150 mg täglich; deshalb gilt: so niedrig und so kurz wie möglich.

Wie lange darf man Diclofenac nehmen?

So kurz wie möglich. Voltaren rapid ist für höchstens 2 Wochen vorgesehen, das rezeptfreie Voltadol Schmerzgel ohne ärztlichen Rat für höchstens 14 Tage. Bei längerer Behandlung, besonders über 4 Wochen, soll regelmäßig überprüft werden, ob sie noch nötig ist; dazu gehören Kontrollen der Leberwerte und des Blutbilds, bei Risikopatienten auch der Nierenfunktion.

Darf man Diclofenac bei Bluthochdruck nehmen?

Bluthochdruck allein ist keine Gegenanzeige, verlangt aber eine sorgfältige Abwägung und regelmäßige Blutdruckkontrollen, weil Diclofenac Wassereinlagerungen fördern und die Wirkung von Blutdruckmitteln abschwächen kann. Ausgeschlossen ist es bei Herzschwäche ab NYHA II, koronarer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Erkrankungen der Hirngefäße.

Hilft Diclofenac bei Regelschmerzen?

Primäre Regelschmerzen sind ein Anwendungsgebiet der Voltaren Filmtabletten; die Tagesdosis liegt laut Fachinformation zwischen 50 und 150 mg, begonnen wird bei den ersten Beschwerden. Das Gesundheitsportal nennt Diclofenac neben Ibuprofen und Naproxen. Wer jeden Monat auf Schmerzmittel angewiesen ist, sollte die Ursache gynäkologisch abklären lassen.